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Puppentheater Halle
Spiel: Ines Heinrich, Margit Hallmann, Lars
Frank, Nils Dreschke, Uwe Steinbach
Regie: Christoph Werner
"Hat Dorian Gray nicht beschämt seine Augen niedergeschlagen? Hat
nicht die Maske des Lords verächtlich den Mund verzogen? Die Antwort
lautet: Ja. Dass das faktisch nicht möglich ist, hindert einen echten
Puppenspielprofi noch längst nicht, eine unbewegliche Miene zum Stirnrunzeln
zu veranlassen."
Schwärmerische Rezensionen wie diese in Theater der Zeit begleiten "Das
Bildnis des Dorian Gray" des Puppentheater Halle seit seiner Premiere.
Kein Wunder, denn es ist schlicht frappierend, wie die Akteure die in leblos-starres
Material gegossenen Physiognomien der Figuren nur durch minimale Gesten und
geringfügige Wendungen des Kopfes jede erdenkliche emotionale Färbung
zu verleihen vermögen.
Vorlage für die Hallenser Inszenierung ist der 1890 entstandene Roman
Oscar Wildes vom jugendlich schönen Dorian Gray, dessen Wunsch nach unvergänglicher
Schönheit zwar erfüllt wird, der aber, mit dem Bildnis' seines
inneren Verfalls konfrontiert, tragisch scheitert. Wo immer Wildes symbolisch-opulente
Erzählung ausschweift, konzentriert Regisseur Christoph Werner die Handlungsführung
auf ihre essentiellen Motive. Getragen von dem durch langjährige Ensemblearbeit
gewachsenen, feinfühlig-präzisen Zusammenspiel der fast unsichtbar
agierenden Spieler entspinnt sich vor dem Zuschauer ein Spiel von Begierde,
Sehnsucht, Angst und Trauer.
"Das Bildnis des Dorian Gray" war der umjubelter Höhepunkt
auf vielen internationalen Figurentheaterfestivals und wurde auf der SYNERGURA
2000 mit dem Preis der Jugendjury ausgezeichnet.
Dauer: ca. 120 Min. (incl. Pause)
15,- € / 10,- € (ermäßigt)