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„Koba“ ist angekommen

  • Koba2 5 Luigi Consalvo
  • Koba2 4 Luigi Consalvo
  • Koba3 3 Lambert Mousseka
  • Koba6 Figuren
  • Koba7 4 Foto Robert Thiele Robert Thiele
  • Koba7 3 Foto Robert Thiele Robert Thiele
  • Koba7 2 Foto Robert Thiele Robert Thiele
  • Koba7 1 Foto Robert Thiele Robert Thiele
  • Koba7 5 Foto Robert Thiele

„Koba“ ist ein Wort der kongolesischen Sprache Lingála und bedeutet „Schildkröte“. „Koba“ steht bildhaft für den geschützten Raum, Beharrlichkeit und Geduld – Grundbedingungen intensiver theaterpädagogischer Arbeit. Drei Jahre lang haben das FITZ und die Korntaler Johannes-Kullen-Schule, einer Einrichtung für Erziehungshilfe, die sich Kinder mit besonders problematischen Biographien richtet.

Über die Durchführung der Einzelprojekte hinaus hatte „Koba“ Modell- und Forschungs-charakter für die Gestaltung und langfristige Realisation theaterpädagogischer Schularbeit: Wie lässt sich dieses Medium mittel- und langfristig in den Alltag einer Schule integrieren? Welche Wechselwirkungen zwischen Anregung zum künstlerischen Ausdruck und den Mitwirkung des Lehrkanons ergeben sich? Wie prägen sich Kontinuität und Verlässlichkeit auf die Kinder selbst aus?

Sieben Theaterprojekte sind unter Leitung der Regisseurin Christiane Zanger entstanden. Vor allem aber ist Vertrauen gewachsen, und das ist nicht selbstverständlich bei Kindern, die soviel erlebt haben.

Ohne auf jedes EInzelprojekt einzugehen, möchten wir hier dasabschließende Statement der Klassenlehrerin zu KOBA 6 zitieren, auf das wir SEHR STOLZ sind.

“Generell wird deutlich: Als Schüler und Schülerinnen gelingt den Kindern das Miteinander noch nicht, ist jedoch der Sprung in die Geschichte, als Puppenspieler und Schauspieler geschafft, eröffnen sich plötzlich neue Möglichkeiten zu agieren, ohne dabei das Gesicht zu verlieren. So ist ein Ausleihen der eigenen Figuren an Mitschüler in der „realen“ Welt (klare Ablehnung in der Fragerunde) undenkbar, im Spiel des Märchens ist dies auf einmal möglich. Ich bin schwer beeindruckt. Allen gemeinsam gelingt ein kompletter Spieldurchgang, mit ständigem spontanem Rollenwechsel. Kinder, die ansonsten kleinste Abweichungen ihrer Alltagsroutine und Unvorhersehbarkeiten, völlig aus der Bahn werfen und für die Absprachen eine große Herausforderung darstellen, agieren plötzlich flexibel, verständigen sich mit kleinsten Gesten und stellen eigene (Spiel)-Wünsche zu Gunsten anderer zurück.
Was bleibt? Wunderschöne Theatermomente, der Stolz etwas eigenes geschafft zu haben, die Bestätigung durch das Publikum, die unerbitterliche Willensstärke diese Aufführungen stattfinden zu lassen (auf dem Höhepunkt von verbalen und körperlichen Aggressionen), und die ersten zaghaften Versuche das Tun auch derjenigen zu würdigen, gegen die man tiefste Abneigungen hegt.
Dieses Projekt lebt von den Persönlichkeiten der drei Theaterleute. So sind ihre bedingungslose Bereitschaft sich auf unsere „intensiven“ Kinder einzulassen, ihnen in jeder, noch so schwierigen, zerstörerischen Situation Wertschätzung, Wohlwollen und Verlässlichkeit entgegenzubringen, gepaart mit theaterpädagogischem Können, Kreativität und dem Mut Neues, Unvorhersehbares zu wagen, das Herzstück dieses erfolgreichen Projektes.”

“KOBA – Schutzraum für Kinder” wurde durchgeführt im Rahmen des Programms „Kinder und Theater” der Stiftung Kinderland Baden-Württemberg und gefördert vom Theaterpaten e.V.

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