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KOBA 2 von 6

Vom März bis Mai 2013 hatten die Schüler und Schülerinnen der Klasse 7a Gelegenheit, gemeinsam mit den Theaterpädagogen des FITZ künstlerische Erfahrungen zu sammeln.

  • Koba2 2 Luigi Consalvo
  • Koba2 1 Luigi Consalvo
  • Koba2 5 Luigi Consalvo
  • Koba2 4 Luigi Consalvo
  • Koba2 3 Luigi Consalvo

Das zweite Teilprojekt der Zusammenarbeit des FITZ mit der Johannes-Kullen-Schule in Korntal „KOBA – Schutzraum für Kinder“ ist gut zum Abschluss gekommen.

Wie schon bei Koba 1 standen in dem realitiv engen Zeitrahmen von 11 operativen Terminen sowohl der Bau jeweils einer individuellen Figur als auch das Spiel im Zentrum der Arbeit. Insbesondere das Bauen, eigentlich ein fragiler Vorgang, der Fingerspitzengefühl und Geduld erfordert, hat ungteheuer anrührende Ergebnisse hervorgebracht. Ist die Planungsphase der Kinder („ICH MACH…!!!) doch noch sehr von den Monster- und Aktionhelden der Medien geprägt, sind Augen und Hände schnell ganz andere Wege gegangen. Klassenlehrer Stefan Vetter:

Ich staunte mehr als einmal darüber, dass die sonst sehr unruhigen und unkonzentrierten SchülerInnen mit zum Teil sehr geringer Frustrationstoleranz intensiv und anhaltend diese Figurenköpfe modelliert haben. In meinen Augen „outeten“ sich alle sechs SchülerInnnen als Künstler und ich hoffe zum einen, dass sie in Zukunft selbst mehr Vertrauen in ihre eigenen kreativen Fähigkeiten besitzen und sich mehr zutrauen werden.

Das Spiel, besonders bei der Abschlusspräsentation, war dann noch einmal eine Herausforderung. Prinzipiell wird kein Kind darauf verpflichtet, etwas zu präsentieren. Um so toller ist es, wenn sich nach anfänglichem Zögern das erste Kind traut und am Ende fast alle Kinder ihre Widerstände überwunden haben.

Als Zuschauer und Beobachter war ich sehr positiv erstaunt und begeistert darüber, wie es der Einzelne jeder auf seine Art und entsprechend seines aktuellen persönlichen und emotionalen Entwicklungsstandes geschafft hat, sich einzubringen. Ein Schüler, bei dem das Krankheitsbild „Asperger Syndrom“ (eine „leichte“ Form des Autismus) diagnostiziert wurde, trat auf, als ob er schon immer Figurenspieler gewesen sei. Er konnte von einer auf die andere Sekunde die Rollen seiner Person und der Figur wechseln und vollzog diesen Rollentausch durch veränderte Stimme und Körperhaltung sehr eindrucksvoll. Zwei weitere Schüler „hauchten“ ihrer Figur auch eine große Lebendigkeit ein und trauten sich, sie vor dem Publikum spielen und tanzen zu lassen, so dass man als Zuschauer den Eindruck bekam, das „Schlüpfen“ in eine fremde Rolle setze Kreativität frei und löse von inneren Spannungen wie sonst selten im Unterricht.“ (Stefan Vetter)