Home
FITZ Figurentheater
Spielzeit
FITZ am Abend
FITZ für Kids
Newsletter
Förderverein
Feiern im FITZ
Links
Kontakt

Presse

Schorndorfer Zeitung, Samstag, 16. Oktober 2010

Zu groß, zu klein

Riesling, Zwerglinde und die Schwarz-Weiß-Maler

Vor Kindern des Asperglener Kindergartens spielte llsebyll Beutel-Spöri gestern erstmals ihr neues Stück: Riesling und Zwerglinde. Es lehrt kleine Zuschauer augenzwinkernd, dass schwarz-weiß-denkende Erwachsene durchaus noch etwas lernen könnten.

Sie könnten, frei nach dem Bilderbuch von Joachim Walther, lernen von einem Nachwuchs, der im Falle von Riesling und Zwerglinde vom ersten Lebenstag an nicht so recht ins Raster passen will. Beide trauen sich am ersten Schultag nachzufragen, warum denn Riesen respektive Zwerge „an allem schuld" sind, was im Zwergen- und Riesenreich so schiefläuft. Die Zwei- bis Fünfjährigen aus Asperglen verfolgen die knapp einstündige Aufführung mit Puppen dreier Größen (Glieder-, Hand- und Stockpuppen) zu den Themen Feindschaft, Anderssein und Frieden gebannt. Hin und wieder gibt es Fragen, spontane Bemerkungen (zur Musik) und Gelächter, wenn die Puppenspielerin heraustritt und erzählt. Gemeinsam mit Regisseurin Dörte Kiehn hat llsebyll Beutel-Spöri offensichtlich die richtige Sprache gefunden. Kurt Spöris Aufgabe war es, eine ebenso aussagefähige wie transportable Paraventbühne zu zimmern mit Gebirge, Höhle und Lichtung.

Doch von vorn: Zunächst sind die frischgebackenen Zwergeneltern Klimperklein und Zirbelzier verblüfft. Die Wiege ist viel zu klein. Die neugeborene Tochter passt nur in den rustikalen großen Holzkorb. Immerhin: Knubbelnase und Haarfarbe deuten drauf hin, dass da keiner dazwischengefunkt hat. Wenig später, am selben Tag, machen Riese Baumlang und seine Frau Donnerbusen große Augen. Die zwischen Bergwipfeln aufgespannte Hängematte fürs Baby ist viel zu groß geraten. „Das ist ein kleiner Riese, ein Riesling!" Aus der Wolle für den Riesenbabypulli kann Donnerbusen noch Söckchen, Mütze und vieles andere stricken.

Zwerglinde ist viel zu groß geraten und Riesling zu klein. Von den Halbwahrheiten des Riesen- und Zwergenvolkes werden sie schon am ersten Schultag behelligt: Riesling erfährt von Lulatsch, dem Riesenlehrer: „Erstens: Riesen haben immer recht.
Zweitens: Die Zwerge sind an allem schuld." Warum? - wagt er zu fragen. „Weil sie Zwerge sind und das Riesengebirge kaputtmachen." Zwerglinde lernt von Lehrer Zwickelzwackel das genaue Gegenteil.
So sind beide nicht wenig erstaunt, als sie sich überraschend auf Augenhöhe begegnen, während der eine die Zwerge ausspionieren und die andere Fallgruben für Riesen graben soll. Eigentlich ist der und die andere ja ganz nett...