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Frühstück Spree-la-carte

Ein bestrickend schöner Einakter
Die Pyromantiker (DE)

Sprelacart – das waren in der DDR diese unverwüstlichen, mit Kunstharz gebundene Schichtstoffplatten, die – vornehmlich für die Küche angefertigt eine leichte Reinigung der Oberflächen ermöglichte. Genau die richtige Umgebung für das „Frühstück Spree-la-carte“, zu dem sich wie jeden Morgen Tony und Renate zusammenfinden, um ihren (unseren) alltäglichen Beziehungswahnsinn zwischen gehäkeltem Porzellan und fingerfertigem Federvieh zu zelebrieren. Mit hintersinnigem Humor und virtuosem Handpuppenspiel wird die Fabel von Edmont Rostand über den Hahn, der für seine Hühner die Sonne weckt, erfrischend neu erzählt.

Rituale sind eine praktische Sache. Auch für den Alltag. Man kann sich daran festhalten, muss seine Welt nicht täglich neu erfinden. […] So ist das immer. Die beiden sind in ihr Ritual verstrickt. In der Inszenierung von Gabriele Hänel müsste man eigentlich sagen verhäkelt. Denn alle Utensilien auf dem Tisch sind gehäkelt. […] [Die] Inszenierung für Jugendliche und Erwachsene besitzt schöne Metaphern. Da kommen Dinge zur Sprache oder auch nicht, die sind wie – na eben wie Sprelacart.“ (Neues Deutschland)