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erschienen am 13.09.2013 in Husumer Nachrichten

Aufgedunsenes Gesicht, die Hände vom Nikotikonsum gelblich-braun gefärbt, Pullover und Pluderhose strotzend vor Dreck, ich die fettige rote Zottelmähne und der Hacken-Porsche, den sie wie ein totes Tier hinter sich herzieht, wirken nicht gerade Vertrauen weckend – vor allem auf Kinder. „Ob die gefährlich ist“, fragt ein Pennäler, der sonst gewiss nicht auf den und gefallen ist, eine ältere Dame. Die zuckt pikiert mit den Achseln und eilt weiter.

,,Die Dicke“ hat derweil einen der Papierkörbe auf dem Marktplatz ins Visier genommen und durchwühlt ihn umringt von noch immer verdutzten Jugendlichen – nach was Brauchbarem. Doch da nichts. Also weiter – die Schar der Schaurigen immer im Gefolge, indem sie auf dem Weg dorthin in der Krämerstraße noch schnell eine Zigarette schnorrt hat, nimmt „Die Dicke“ jetzt die Cafe-Besucher aufs Korn. Und so manch einem Sonnenanbeter fällt sichtlich ein Stein vom Herzen, als er erklärt bekommt, dass es sich hier nicht um eine Pennerin, sondern um einen sogenannten Walkact der heute beginnenden 30. Pole-Poppenspäler-Tage handelt. Dessen äußeres Erscheinungsbild macht seinem Namen allerdings alle Ehre: „Die Dicke“ mag viele Klischees erfüllen, aber gewiss nicht landläufige Vorstellungen von Puppentheater. Aber auch das ist Teil der Show und Figurentheater eben nicht nur lieb und nett. Es kann auch weniger erfreuliche Themen ansprechen. Und manchmal – wie in diesem Fall – legt es den Finger auch direkt in die Wunde. (…)“