Springe zur Navigation

Briefe vom Maulwurf an den Hasen

Inga Töpperwien (links) und Suzan Smadi spielten in Cappel die Geschichte vom Hasen und dem Maulwurf.
erschienen am 06.11.2009 in Heilbronner Stimme
von Regina Koppenhöfer

Öhringen – Rund um die Briefe vom Maulwurf an den Hasen drehte sich eine Figurentheateraufführung in der Grundschule in Cappel. Schauspielerin Suzan Smadi von der Hör- und Schaubühne Stuttgart und Diplomfigurenspielerin Inga Töpperwien waren mit Töpperwiens Figurentheater zu Gast. Im Geschichtenzelt, einem großen, schwarz-roten Baldachinzelt, erfuhren 70 Grundschüler bei zwei Aufführungen von den Problemen, die harmlose Möhren einem kleinen Maulwurf bereiten können.

Beschwerden Töpperwien und Smadi erzählten und spielten die Geschichte vom Hasen, der sich jeden Tag um seine heißgeliebten Möhren kümmert und sie mit einer roten Gießkanne kräftig gießt. Dumm nur, dass die Wassertropfen an den Wurzeln der Rüben entlang schnurstracks in die Wohnung des darunter hausenden Maulwurfs tropfen. Der Maulwurf findet das gar nicht so lustig und so malt er – weil das Schreiben sein Ding so gar nicht ist – einen Beschwerdezettel nach dem anderen an den unliebsamen Nachbarn. Der lässt den Unmut des nachtaktiven Gräbers aber nicht auf sich sitzen und antwortet seinerseits mit Beschwerdebriefen.

Einfallsreich und liebevoll stellten Inga Töpperwien und Suzan Smadi den hellen Tag des Hasen und die dunkle Nacht des Maulwurfs dar. Mit wenigen Mitteln nahmen die beiden Akteurinnen die aufmerksamen Schüler mit hinein in die Welten von oben und unten. Mucksmäuschenstill und sichtlich gespannt verfolgten die Mädchen und Jungen das schöne Spiel, in dem Zwist und Streit, Versöhnung und gemeinsame Freude thematisiert wurden. Auch eine Teestunde erlebten die Kinder im Zelt, und gemeinsam wurde am Schluss ein Brief mit Grüßen der Schüler als Luftpost an einem Ballon baumelnd auf den Weg gebracht.

Im Mittelpunkt der Aufführung standen die Themen Lesen und Schreiben. Hervorragend passte das Stück damit ins Cappeler Schulprofil, in das man die Lesekompetenz mit aufgenommen habe, erklärte Rektorin Gerlinde Bräuninger-Guldan. Lesen wird in der Cappeler Grundschule sogar so groß geschrieben, dass man dort nun an einer Kooperation mit dem Kreisseniorenrat arbeitet. Ziel ist es, Senioren künftig als Lesepaten an die Schule zu holen.

Schülerlob Doch bevor dies soweit ist, genossen die Schüler nun erst einmal den Besuch des Figurentheaters. Jonas (9) lobte: „Die haben nicht nur so normal gesprochen und es auch schön dargestellt.“ Die neunjährige Lisa fand das Stück lustig und meinte dann aber sichtlich ernst: „Schreiben und lesen ist sehr wichtig.“ Viertklässlerin Franziska erzählte, sie habe auch schon an ihre Freundin Annabell einen Brief geschrieben, „weil da kann man Sachen reinmachen und am Telefon, da geht das nicht.“