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Dämon greift nach dem Herzen

Im Stuttgarter Fitz zeigt Christoph Bochdansky ein fantasievolles Spiel
erschienen am 11.10.2014 in Ludwigsburger Kreiszeitung
von Arnim Bauer

Teuflisch geht es im Stuttgarter Fitz, zu. Christoph Bochdansky. international renommierter Figurentheaterspieler aus Wien, ist mit seinem „Dämon“ zu Gast. Und nimmt man den Spieler als Person auf der Bühne, geht es wirklich um „seinen“ Dämon.

Der Mensch auf der Bühne, der in diesem Stück eine tragende und sehr präsente Rolle spielt, berichtet nämlich von seinem persönlichen Teufel im Leib, nicht ohne darauf hinzuweisen. dass wir alle unseren eigenen Dämon in uns haben und ihn lebenslang mit uns herumtragen.

Der Dämon in diesem Stück tritt sehr körperlich auf als Figur, unter der der Spieler verschwindet. Ein Alter Ego. der den Menschen auf Schritt und Tritt begleitet, der wie er sein will und der letztlich auch ein Teil dieses Menschen ist. Dessen Herz will er haben, denn Herz hat er keines. Doch der Mensch ist listig, luchst ihm beispielsweise auch ein Einfamilienhäuschen ab. das Herz rückt er aber nicht heraus.

Fein gegliedert und mit Plakaten dokumentiert spielt das Stuck in der Vergangenheit, im „richtigen Moment“ und auch im Planquadrat,was kommt. Ein manchmal naiv-kluges Spiel, immer lebendig mit tollen Figuren, dem Dämon in verschiedenen Erscheinungsformen. aber auch kleinen, feinen Miniaturen, die das Erzählte illustrieren. Sehr fantasiereiche 60 Minuten, bei denen der Schweizer Peter Rinderknecht, bekannt auch vom benachbarten Jes als Regisseur und Schauspieler, Regie geführt hat. Und die osterreichisch-schweizerische Produktion ist rundum gelungen. ein hübsches, lebendiges und auch nachdenkliches Vergnügen.