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Der Grüffelo – zum Fürchten gern auch auf der Bühne

erschienen am 22.04.2013 in Stuttgarter Nachrichten
von Brigitte Jähnigen

‚Grüffelchen, Zeit, ins Bett zu gehen‘, ruft die tiefe Papastimme aus dem Off. Und erzählt, weil sein Kind nicht schlafen mag, ausgerechnet eine Monstergeschichte von der bösen Maus zur guten Nacht. Papa warnt: ‚Geh nie ins Dunkel, wo die Bäume sind.‘ Grüffelchen – die Schauspielerin und Figurenbauerin Cécile Legrand spielt die ­Figur mit Froschmaulmaske aus Filz, zwei Kopfhörnchen und Fellstiefeln mit Klauen – opponiert: ‚Mach ich doch!‘ Verse sprechend, tappt sie durch die weiße Kunstschnee-Landschaft, trifft Schlange, Fliege, Eule, Spinne, Fuchs.

Ein Who is who des Waldes präsentieren Cécile Legrand, Ulrike Kley (Regie) und Martin Bachmann (Musik) auf der Bühne. Lassen die Schlange zu orientalischen Rhythmen sich am Hals des kleinen Abenteurers verknoten, die Augen der Eule per Batterie leuchten, die Spinne auf dem Leib des Grüffelo krabbeln, den Fuchs als orangefarbene, armgroße Handfigur mit französischem Akzent agieren.

Legrand zaubert die Figuren aus Verstecken, lässt den Kindern Zeit, dem Sprech­gesang der Spinne zu lauschen und dem Brummen der Fliege. ‚Wo ist die Maus?‘, rufen die Kinder, und da ist sie schon: klein und niedlich und überhaupt nicht böse. Ob das Tier deshalb ein gefundenes Fressen für das Grüffelo-Kind ist, wird hier nicht verraten. Bei Glockenspiel, väterlichem Brummgesang und ohne Monstergeschichte schläft der Abenteurer später ein. Wie sich die Maus vor den Absichten des Grüffelchens rettet, das können Menschen ab vier Jahren frei nach dem Bilderbuch von Axel Scheffler und Julia Donaldson ab dem 7. Mai jeweils um 10 Uhr erleben.