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Die Beziehung zweier extremer Charaktere

Christian Glötzner zeigt im Figurentheater Fitz seine Arbeit über den Kleinen Prinz und seine Rose
erschienen am 12.12.2015 in Ludwigsburger Kreiszeitung
von ARNIM BAUER

STUTTGART. Der Figurentheaterspieler Christian Glötzner präsentiert im Fitz seine neue Produktion „Consuelo mon Amour“ – Die Briefe des kleinen Prinzen Antoine de Saint-Exupery an seine Rose. Der Titel umschreibt, was die Grundlage dieses Spiels bildet: eben die Briefe des Piloten und Autoren an seine „Rose“, seine Frau Consuelo. Die werden aus dem Off vorgetragen während Glötzner mit einer ganzen Bühne voll Puppen und Figuren die Szenen dazu spielt, abstrahiert, assoziiert, die Fantasie walten lässt. Ein Stück, das leise und eindringlich die Beziehung zweier schwieriger, aber sich liebender Charaktere beleuchtet.

Dazu hat er sich mit absoluten Könnern des Figurentheaters zusammengetan. Regie führt Vanessa Valk, selbst eine renommierte Künstlerin dieses Theatertergenres, die Puppen und Figuren stammen vom Tübinger Meister und Roser-Schüler Frank Soehnle. Der hat vom kleinen Fliegermodell, das über die Bühne geflattert wird bis zur Großpuppe, die maskenhaft vom Spieler übergezogen wird, eine ganze Reihe von Figuren geschaffen, die für eine sehr abwechselnde Illustration sorgen. Die wird noch verstärkt durch die Musik von Johannes Frisch. Selten hat man ein Figurentheaterstück gesehen, das derart punktgenau mit Musik und Geräuschen unterlegt ist. Frisch trifft den Ton im wahrsten Sinne des Wortes punktgenau.

So hat Glötzner für sein anspruchsvolles Projekt Partner gefunden, die jeder in seinem Metier dieselbe Sprache sprechen, was die Aufführung als ungemein homogen erscheinen lässt. Nicht zu vergessen dabei, dass er natürlich auch meisterhaft seine Figuren ins Spiel zu bringen weiß. So entsteht ein poetisches, manchmal melancholisches Bild einer Beziehung, die sowohl aus gemeinsamer Arbeit, großer Liebe und auch in heftigen Kämpfen bestand. Ein kleiner Einblick in die Welt, in der der Kleine Prinz letztlich entstand, mit all seinen autobiografischen Anspielungen, die eben auch am Beispiel der Rose, für die Consuelo Pate stand, die Brücke zur Wirklichkeit schlagen können.