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Die nächtliche Seite der Dinge

erschienen am 23.02.2007 in Stuttgarter Nachrichten

„Salto lamento“ vom figuren theater tübingen – Ganz langsam kommt der Tod auf die Bühne in einem weißen prächtigen Gewand. Johannes Frisch und Stefan Mertin spielen dazu eine leise, zauberhaft verrätselte Musik. Sie begleiten den Tod auf verschiedenen Instrumenten noch etliche weitere Metamorphosen in dem Stück „salto.lamento“, der neuesten Produktion von Frank Soehnle und seinem Figurentheater Tübingen.
Gewaltiges scheint federleicht zu sein, Unscheinbares entfaltet auf einmal monströse Größe – souverän wie wenig andere geht Soehnle mit den Möglichkeiten des Figurentheaters um. Er ist ein Staunender -und scheint sich auch noch mitten im Spiel zu wundern, was so alles möglich ist. Absolut leichtfertig changiert er zwischen Fantasiegestalten und konkreten Figuren, entfacht auf einmal ein Feuer, vermengt Lustiges mit Tragischem oder lässt beim Publikum auch mal den Schauer über den Rücken laufen. „Die nächtliche Seite der Dinge“ heißt seine neueste Produktion im Untertitel, und so sind Unscharfen gewollt. Vieles bleibt ein Geheimnis, viel Unerwartetes geschieht, schon gar nicht lässt Soehnle Einblicke in seine handwerklichen Techniken zu. Soehnle ist einer der führenden Figurentheaterspieler, das zeigte er schon beim Stuttgarter Festival Theater der Welt. dl Vom 23. bis 25. 2. im Figurentheater Fitz