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Die Streicher vermessen den Raum

erschienen am 21.09.2010 in WAZ

(…) In der ausverkauften Zeche 1 war eine Inszenierung zu erleben, die durch ihre Bilder faszinieren konnte: Ludwig mit mexikanischem Sombrero samt Boxhandschuhe umringt von Streichern, der Hund läuft mit Engelsflügeln über die Bühne. Dazu verstohlene Dissonanzen der Saiteninstrumente. Und immer wieder gab es Bilder in feinster Tim-Burton-Ästhetik, besonders Claudia Engel konnte hier überzeugen. Diese Verzweiflung, zu der sich immer auch Verwunderung und Neugier gesellten, gelang ihr ausgesprochen gut, auch wenn die Performance mitunter zu sehr an Helena Bonham Carter geschult war, was allerdings verzeihbar ist. Besonders das mobile Streichquartett war eine schöne Inszenierungsidee: Die Vermessung des Raumes im Klang der umherziehenden Streicher. Schubert mal nah, mal fern.