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Dunkelangst macht keine Angst

Der weiße und der schwarze Bär im Figurentheater Stuttgart im Tagblatt-Turm
erschienen am 06.10.2011 in Stuttgarter Nachrichten
von Brigitte Jähnigen

Kinder haben Dunkelangst. Auch im Figurentheater. „Mama, wann wird es wieder hell?“, piepst es, wenn im Schummerlicht der Bühne der schwarze Bär kommt. Es hilft auch nicht, dass die Figurenspielerm ihren Kopf aus dem Bärenkostüm hebt. Fiktion wird schnell zur Realität bei den Kleinen.
Ines Müller-Braunschweig und Antje Töpfer bespielen das Thema Dunkelangst tabufrei und behutsam. Sie lassen handgroße Püppchen mit Riesenaugen und Schlenkerarmen Familie spielen. Sie kramen in Kisten und Kästchen nach winzigem Frühstücksgeschirr und Zahnputzzeug. Das mütterliche Puppenwesen charakterisieren sie humorvoll-fürsorglich-tröstend. Der meist abwesende Vater ist in einer Kiste mit Deckel versenkt. Aus dem Bauch der Kiste dürfen alle seinen neuesten Melodien lauschen – Papa ist Komponist! Von dort ertönt auch die übrige angetupfte Bühnenmusik von Johannes Frisch. Die Bären – zwei Felle mit Kopf, die sich die Figurenspielerinnen überhängen – sind mehr als kindgroß. Wie sich das Puppenkind nicht nur den weißen, sondern auch den schwarzen Bären zum Freund macht, das lohnt das Anschauen dieser zauberhaften Inszenierung nach dem Kinderbuch von Jörg Schubinger und Eva Muggen- thaler – wieder an diesem Samstag.