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Ein märchenhaft getürkter Stummfilm

erschienen am 01.03.2005 in Heilbronner Stimme

Die Vorhänge wehen, der Lüster wackelt, schwülstige Filmmusiken aus den 30er Jahren schwappen durch die Kammerspiele Heilbronn: Klappe, die erste, für „Die wilden Schwäne“, die – ganz frei nach Hans Christian Andersen – in einer köstlichen Inszenierung von Michael Miensopust für das Stuttgarter Figurentheater Fitz im jungen theater Vorpremiere hatten. Was für eine böse, intelligente Geschichte in der Geschichte auch für große Kinder… Die klapprige Filmdiva, Anne-Kathrin Klatt spielt sie mit vielen Zwischentönen als aufregende, fragile Zicke, ist gebrechlich, stur, schnippisch. Und böse, so etwas von böse… Eine wunderbare Hexe…

Wo sich Anne-Kathrin Klatt hinter diversen Masken versteckt und sanft, poetisch, puppig, die junge Elisa mimt, setzt Michael Miensopust auf eine explizite Körpersprache. Pantomimisch ersetzt er die leider verhinderten Filmbrüder, spielt ihren alten Filmliebhaber und rückt immer wieder seine klapprige Diva ins rechte Licht, die in ihren lichten Momenten ätzende Sprüche wie „Böse war ich besser“ loslässt.