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Gefangen im Sog der Vergänglichkeit

Franz Schuberts „Der Tod und das Mädchen " im Figurentheater FITZ
erschienen am 29.01.2010 in Ludwigsburger Kreiszeitung
von Arnim Bauer

Mit Musik, Puppen, Figuren, Schauspielern und sogar einem Hund als Komparsen begeben sich die Akteure auf den schmalen Pfad der Interpretation. Dabei verlassen sie konsequent die gängigen Interpretationen, die durch den Text von 1817 vorgegeben sind. Hier treten Tod und Mädchen meist als Partner oder ebenbürtige Gegner auf, als Antagonisten, wie als Gerippe und Fleisch oder einfach als alter Mann und junge Frau. Dabei bleibt das Mädchen durchgängig im kaum veränderten roten, offenherzigen Kleid, während Matthias Ludwig als Tod sehr viel häufiger die Masken und Larven wechselt.
So entsteht ein spielerisches Spannungsfeld, (…) aus alten Bildern werden neue Bezüge. Das Bild von der blühenden Jugend auf der einen, dem kalten Tod auf der anderen Seite wird gehörig durcheinandergewirbelt. Das Schreckliche und Düstere wird in vielen Szenen ersetzt durch eine starke Verweltlichung, die die Macht des Todes zu relativieren sucht. Dabei macht die Inszenierung keinen Hehl daraus, dass es sich um Möglichkeiten handelt, dass man sich von diversen Seiten eher spielerisch dem Stoff nähert, ohne nun endgültige Wahrheiten verkünden zu wollen.