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Hartmut Liebsch erzählt im Fitz vom letzten Müller

erschienen am 06.02.2010 in Stuttgarter Zeitung

Figurentheater Hätte es 1957 nicht das Mühlenstillegungsgesetz gegeben, würden wohl bis heute noch Mühlen klappern. Aber worüber hätte Hartmut Liebsch dann ein Stück schreiben sollen? Der Figurenspieler wohnt in einer alten Mühle und hat sich wie ein Archäologe auf Spurensuche begeben. Im Fitz erzählte er in dem Solo „Der letzte Müller“ von Mahlbüchern und Gerichtsakten, backt mit dem Föhn Gesichter aus Brotteig und singt Müllerslieder. Vom Mythos des bösen Müllersmann erfährt man so wenig wie von der schönen Müllerin. Die kurzen Spielszenen, die er aus den historischen Dokumenten destilliert hat, sind schwerfällig, und so interessant manche Informationen sind, Liebsch trägt sie allzu betulich vor. Wäre er Müller, würde man wohl sagen: das Rad kommt einfach nicht in Schwung.