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Personalityshow für eine Puppe

Stefanie Oberhoff zeigt „Die Gräfin" mit aussagekräftigem Spiel
erschienen am 16.03.2015 in Luswigsburger Kreiszeitung
von Arnim Bauer

STUTTGART. Im Verbund mit Sabine Mitterhammers Mata Hari (siehe obiger Text) zeigte das Fitz am selben Abend auch Stefanie Oberhoffs „Die Gräfin“. Eine Art Personalityshow für eine Handpuppe. Die sitzt auf einem Gestell auf einem Sofa, dahinter dunkel gekleidet mit geschwärztem Gesicht die Spielerin. „Sie will lieber im Hintergrund bleiben“, verkündet die runzlige Dame auf dem Sofa. Unterhalb des erhöhten Gestells sitzt Lillith Becker, die für die Musik sorgt. „Das ist keine Theaterabend“, verkündet die Gräfin, um später nachzulegen: „Damit keine Missverständnisse aufkommen, dies ist keine Kabarettvorstellung.“ Ja. was dann? Es könnte zum Beispiel eine Demonstration sein, mit wie wenig Utensilien Figurentheater auskommen kann. Die Puppe, ein paar Requisiten samt Zigarette, die die Gräfin in der Hand hält, dazu Musik, ein bisschen Gesang fertig ist eine Performance, die man trotz der Ankündigung, sie daure nur 20 Minuten, auf eine Stunde verlängern kann.

Nicht jeder Gesang wäre unbedingt nötig. Nicht jedes Statement das die Gräfin abgibt, die sich zum Hochadel zählt und deshalb auch recht dünkelhaft daherredet. ist von Bedeutung. Sie erzählt vom Stiftungswesen und manchem mehr, letztlich aber auch immer von sich selbst. Damit erbringt sie den Beweis, dass eine Puppe so etwas wie ein Eigenleben. einen eigenen Charakter entwickeln kann. Vielleicht ist das die wahre Aussage des Abends: Das Spiel mit solch einer Puppe kann aussagekräftiger sein als so mancher Schauspieler.