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Sieben Variationen über das Ende des Daseins

Frank Soehnles Kreation „salto.lamento" im Fitz
erschienen am 26.02.2007 in Ludwigsburger Kreiszeitung
von Armin Bauer

Stuttgart – Ein neues Programm von Frank Soehnle und seinem Figuren-
Theater Tübingen ist schon ein Ereignis, das über die kleine Welt des Figurentheaters hinausreicht. Im Fitz war nun die Stuttgarter Premiere der Inszenierung „salto.lamento“ zu sehen.
Die Uraufführung hatte im Dezember in Tübingen stattgefunden. Schwankende Gestalten verbreiten eine düstere Stimmung im Fitz. Tote sind es, allesamt. Oder nicht?
Sieben Gedichte liegen dem Treiben im schwachen Licht zu Grunde aus denen Frank Soehnle sein neuestes Stück geschaffen hat. Sieben Figuren, sieben Szenen, untereinander verbunden, alle einem Totentanz nachempfunden.
Gruselig – könnte man meinen und das eine oder andere Mal stimmt das auch. Aber dann gibt es, dem finalen Bezug zum Trotz, auch wieder Szenen, die den Zuschauer lächeln oder schmunzeln lassen.
Bis ins Surreale gehen die Szenen, verwoben, vieldeutig kommen sie daher. Damit vermeidet Soehnle nicht nur die allzu triste Schwere, er bringt auch neben der Verzweiflung über die Endgültigkeit und Unausweichlichkeit des Todes ein Stück Widerborstigkeit gegen diese Unausweichlichkeit ins Spiel. Ein Spiel, das auch von der Verbindung mit der Musik lebt, die das Duo „rat’n’X“ beisteuert, ebenso wie der Meister aller Figuren mit auf der Bühne. Dort zeigt Soehnle, dass er zu den besten Figurentheaterspielern der Stuttgarter Schule gehört. Nicht nur das Konzept, die Konstruktion des Stückes, sondern auch die Figuren sind abwechslungsreich und eindrucksvoll. Diesmal sehr prosaisch präsentiert sich Soehnles Spieltechnik. Manchmal ersetzt die Hand des Meisters einfach die der Figuren, da wird der Kopf einfach am Hinterhaupt gefasst und bewegt, aber das alles bekommt auch symbolische Bedeutung. Auch diese Jammer- und Trauerfiguren werden gesteuert, könnte die Botschaft lauten.