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Surreales Wimmelbild der Träume

Im Fitz ist man auf der Suche nach den Geheimnissen der Rem-Phasen
erschienen am 27.10.2014 in Ludwigsburger Kreiszeitung
von Arnim Bauer

STUTTGART. „Faza-Rem-Phase“ nennt sich das neue Projekt, die Kooperation aus dem Figurentheater Wilde und Vogel, der polnischen Grupa Coincidentia und dem Bialostocki Teatr Lalek sowie der jungen Stuttgarter Kooperation Lehmann und Wenzel.

Auf der Bühne sind sieben Personen zu sehen, sechs Darsteller und Puppenspieler sowie die Musikerin Charlotte Wilde. Zu den von der E-Gitarre erzeugten Klängen entwickelt sich ein Spiel, das sehr viel Neuland betritt, eine gelungene Mischung aus Pantomime, Figurenspiel, Material- und Objekttheater. Das ist auch der einer der Reize dieser Performance. Die Möglichkeiten, die heute das Genre Figurentheater bietet, werden sehr tief ausgelotet. Schmetterlinge flattern an federartigen Angeln über die Bühne, Rock-Gitarrenriffs begleiten sie. Chemiesaal-Atmosphäre macht sich breit, denn es wird auch mit Pulvern, die in die Luft geblasen werden, und Flüssigkeitskolben experimentiert. Dazwischen so eine Art Sandmann, der den Darstellern Sand in die Augen streut. Eine Traumwelt über die Träume, ein chaotisches Bild, wie man es nach einer durchträumten Nacht erlebt. Der Zuschauer fühlt sich, als stünde er vor einem bewegten Wimmelbild im Stile des Malers Peter Breughel. Nur ja nichts verpassen, lautet die Devise, die sich dann doch nicht durchhalten lässt, denn flink verlöschen die Effekte, zügig ändert sich das Szenario. Erst recht, wenn die Figuren ins Spiel kommen, die Michael Vogel, der auch für die Regie verantwortlich zeichnet, entwickelt hat.

Zunächst scheint schwierig, den Einstieg in diese krude Traumwelt zu finden. Doch der, der sich darauf einlässt, wird einen bilderreichen Abend erleben, der vor allem immer wieder neue Überraschungen gebiert und als ein Fundus kreativer Ideen bestens unterhält.