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Theater für Zweijährige – wie funktioniert das?

erschienen am 01.01.2007 in Wiesbadener Tagblatt

Eigentlich ganz einfach, wenn man mit wenigen Worten und kurzen Sätzen auskommt und Bilder entwickelt statt in herkömmlicher Art eine Handlung aufzubauen. Die Distanz zwischen Phantasie und Wirklichkeit bleibt durch das besondere Spielmaterial gewahrt: keine „lebendigen“ Puppen, sondern belebte Dinge. „Rawums“, das klingt, als würde etwas zu Boden fallen: ein Stuhl vielleicht oder ein Sack. In der Tat geht es hier auf eine Reise ins Wunderland der Schwerkraft: von federleicht bis plumsschwer. Die Kinder sitzen auf einem großen Kuschelteppich und schauen, was auf der rundum offenen Bühne passiert. Dass dort ein Mann auf der Leiter sitzt und einer Frau die Mütze vom Kopf fischt, ist Clownerie, wie sie Kinder lieben. Auch das Ei sorgt für Überraschung. Es will fliegen. Kann ein Ei fliegen? „Vielleicht später einmal“, sagt die Bühnenfrau und meint wohl den weißen Papiervogel, den sie später aus der Kiste holt, um ihn per Luftballon wolkenhoch schweben zu lassen. Der Papierstuhl, das Papierhaus, die Papierfrau und der Papiermann können fliegen. Der richtige Stuhl und der richtige Mann nicht.“