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Verträumtes Theater für Kinder

„Die drei Räuber“ im FFT
erschienen am 25.11.2013 in RP Online
von Renée Wieder

Die drei Männer auf der Bühne des FFT Juta sind richtig harte Burschen. Sie brüllen ständig „Überfall!“ und poltern herum, dass die Wände wackeln. Angst haben die Kinder bei der Premiere von „Die drei Räuber“ trotzdem nicht. Im Gegenteil, es wird viel gelacht. Denn das Gaunertrio verwandelt sich mit Hilfe eines Schlagzeugs und zweier E-Gitarren zwischendurch in eine Rockband. Streitfragen werden mit einer Runde „Schnick Schnack Schnuck“ geklärt. Insgesamt scheinen die drei etwas trottelig. Als sie in der Nacht ein kleines Mädchen aus einer Kutsche entführen, wissen sie jedenfalls nicht, was sie tun.

Mit viel Fantasie und enormer Freude am Erzählen gestalten die Künstler von „theater fayoum“ und Maik Evers ihr Stück für Kinder ab fünf Jahren. Frei nach Tomi Ungerers Bilderbuch. Die Geschichte handelt von der Waise Tiffany, die drei Rüpel mit dem Charme und der Autorität eines Kindes um den Finger wickelt. Mittlerweile weiß man, dass die Kleinen den größten Respekt verdienen. Also konzentriert das Ensemble sich auf die Macht der Fantasie, die Gabe des freien Spiels.

Ein rotes Plüschsofa wird zur Kutsche, das Schlagzeug zur Schatzkiste, die Gitarren zu Tannen. Beseelt wirkt die Handpuppe Tiffany, die aus einer anderen Welt kommt. Ein wenig lang geraten ist der Mittelteil, wenn es still wird um die Räuber und sie vergessen, dass sie wichtige Dinge tun sollten. Schätze horten etwa. Die lebendige Mischung aus Livekonzert, Puppenspiel und Erzählbühne ist ein wunderbares Poesiestück über den Wert des Geldes, den Wert der Kindheit. Und den Sinn des Lebens.