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Was ist Zeit?

erschienen am 01.06.2017 in STZ
von STZ

Die Stuttgarter Choreografin Juliette Villemin denkt in ihrem neuen Stück „Synchronicity“ über die Gunst des richtigen Augenblicks nach.

Frau Villemin, Zeit ist Geld, lautet eine kapitalistische Grundregel. Was ist Zeit für Sie?

Ich weiß nur, dass Zeit für mich gar nichts mit Geld oder Uhren zu tun hat. Ich kann vielleicht achtzig Jahre leben, das wäre meine begrenzte Zeit. Aber wie ich meine Zeit auskoste, das ist, was meine Zeit vielleicht doch unendlich machen kann. In „Synchronicity“ sprechen wir über diese Momente, die bleiben, zum Beispiel in unserer Erinnerung.

Sie wollen etwas Subjektives wie das Zeitgefühl auf der Bühne in Bilder fassen. Wie geht das?

Bewegung ist Zeit, und Musik ist das Rauschen der Zeit, sagt man. Hinzu kommen Videoprojektionen und Lichtspiele. Und unsere Zuschauer teilen ihre Zeit mit uns, manchmal sehr bewusst und auf direkte Art, manchmal träumerisch.

Ihr Stück ist eine „Performance über den richtigen Augenblick“. Ist für diesen kostbaren Moment der Dialog zwischen Tanz und Musik ein besonders fruchtbarer Boden?

Ja! Den richtigen Augenblick zu treffen ist ein wesentliches Thema von „Synchronicity“. Dabei lassen wir uns von Schubert und Steve Reich und deren Ideen über Zeit inspirieren.