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Winziger Kalif auf riesigem Kissenberg

Fitz!: "Emma und der blaue Dschinn"
erschienen am 08.02.2005 in Stuttgarter Nachrichten
von Horst Lohr

Vorsichtig öffnet das Puppenmädchen die Flasche. Heraus pufft erst weißer Rauch, dann entschwebt ihr ein zartes Stoffgebilde, das mit seinem langen Schwanz und seinen dünnen Armen durch die Luft kobolzt.

Zur Spezies der blauen Dschinns gehört der geheimnisvolle Geist, der den Verlust seines Nasenrings beklagt. Den hat ihm ein böser gelber Dschinn geraubt. Deshalb kann er nicht mehr wachsen und – für das Mädchen Emma besonders betrüblich – keine Wünsche mehr erfüllen. Daher reist die Kleine mit dem Bestohlenen und ihrem Hund Tristan, einem wurstbeinigen Winzling, auf einem fliegenden Teppich ins Reich des Räubers, um ihm die Beute abzujagen.

„Emma und der blaue Dschinn“ heißt Christel Johanna Wittes Produktion im Fitz!, die auf Cornelia Funkes gleichnamigem Kinderbuch beruht. Pädagogisch klug auf die Erlebnisfähigkeit kleiner Zuschauer ab sechs Jahren ausgerichtet, inszeniert sie die Reise ins Reiche der Fantasie humorvoll und mit sparsamen Mitteln. Stimme und Hände der Spielerin Susanne Capar vom Backnanger Theater zwischen den Welten erwecken die Figuren zum Leben; faszinierend ist auch, wie sich im Handumdrehen Tuchbahnen in Wüsten oder orientalische Paläste verwandeln, in denen ein winziger Kalif auf riesigem Kissenberg thront oder der gelbe Dschinn als Stoff-Bösewicht sein Unwesen treibt. Ob sein blauer Kontrahent am Ende dieser zauberhaften Produktion den Ring zurückerobert und Emma ihre Wünsche erfüllt bekommt? Schauen und staunen!