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Zikade-Theater im FITZ mit „Lille Meise“

erschienen am 20.03.2007 in Stuttgarter Nachrichten

David gegen Goliath: Das ist beim Zikade-Theater Stuttgart der Kampf einer kleinen Haubenmeise gegen den starken Raben. Eine zauberhafte Parabel, bei der auch die jüngsten Zuschauer die Vogelsprache verste¬hen lernen. Mucksmäuschenstill lauscht das Publikum, wenn die handgestrickte Eule der winzigen Meisenfigur Geheimnisse zugurrt. Kein Menschenwort ist zu hören. Trotzdem weiß ein jedes Kind, dass Olla jetzt Lilles neue Freundin ist. Und den Kampf mit Rob, dem Raben, werden die beiden durch Zivilcourage entscheiden.

Die kindgerechte Alltagsgeschichte, die sich ähnlich auf jedem Spielplatz oder Schulhof abspielen könnte, haben Ines Müller-Braunschweig (Spiel), Angelika Jedelhauser (Regie) und Johannes Frisch (Musik) in ihrem Stück „Lille Meise findet einen Schatz“ in eine angenehm reduzierte Bühnenfassung zwischen Stehleiter, Holzbrett und Schubkarre gefasst. Lille ist ein winziges Meisenkind, das sich dank seines Spieltriebs mit scheinbaren Nutzlosigkeiten wie einer Garnrolle oder einer leeren Plastiktüte vergnügt. Rob dagegen ist ein obercooler Unhold, der nichts im Kopf hat außer Stänkereien. Seine Stärke ausnutzend, klaut er sogar Lilles blaue Haube und droht: „Wer petzt, dem geht’s dreckig.“

Mit Suggestivkraft weckt das Spiel die Empathie der Zuschauer, entsteht ohne ein Wort zu viel dennoch eine dialogreiche, magische Atmosphäre.