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Auf nach La Mancha

  • Aufnachlamancha
Kaufmann & Kaufmann, Berlin

Mit einer poetischen Nonchalance, die sofort die Handschrift des Regisseurs Gyula Molnár verrät, präsentiert das Duo Kaufmann & Co. in „Auf nach la Mancha!“ ein federleichtes Spiel um das Wesen des modernen Menschen. Der Plot ist ebenso listig-naiv wie haarsträubend: Die Psychiaterin Dr.  Belzig operiert dem vermeintlich „an übersteigerter Einbildungskraft“ leidenden Herrn von Frankenstein personifizierte Geschichten aus dem Bauch. Nacheinander erscheinen der Däumling, Rotkäppchen, Karl Marx, Pegasus, der von Alexandra Kaufmann ungeheuer anrührend verkörperte Obelix und Don Quichotte. Jede der Figuren entwickelt ihr spezifisches Eigenleben, immer gefährdet durch Dr. Belzigs unbarmherzige Nachstellungen. Wenn schließlich der fast tot therapierte von Frankenstein und Obelix, der nunmehr in die Rolle des Sancho Pansa schlüpft, „auf nach la Mancha“ starten und die von einer gebundenen Don-Quichotte-Ausgabe erschlagene Belzig zurücklassen, dann endet eine gute Stunde, die mit Intelligenz und Witz von der Unverzichtbarkeit und Kraft der Phantasie erzählt.