Springe zur Navigation

Das ewige Lied (Adviecnaja Piesnia)

  • Das Ewige Lied2
  • Das Ewige Lied1
  • Das Ewige Lied4
  • Das Ewige Lied3

„Leuchtspuren“ 16. Internationale Festwoche des Figurentheaters

Das „Ewige Lied“ von Yanka Kupala (1882-1942) aus dem Jahre 1908 gilt als Nationalpoem und ist zugleich einer der symbolischsten Texte der weißrussischen Literatur: Ein Menschenleben von der Geburt bis zum Tod wird zum Gleichnis des tragischen Lebens einer ganzen Nation. Auf der Suche nach Arkadien landet man in alten Munitionskisten, in einem Miniaturtheater aus Puppen und Objekten, umgeben von einem Sound aus kratzig-knisternden Rundfunksendungen, belorussischen Liedern, Lukashenko-Reden und Menschenrechtserklärungen. Die Zeit dort scheint still zu stehen, das Leben in den letzten Jahrhunderten sich kaum verändert zu haben.

„Die vier Studenten haben Szenenminiaturen geschaffen, die in ihrem Zusammenspiel von Kargheit und Schönheit, politischer Intelligenz und höchster emotionaler Dichte selbst dem nicht Sprachkundigen eine Vorstellung von der Tiefe und Vieldeutigkeit des Poems vermitteln. (.). Die angehenden Puppentheater-Regisseure haben nicht nur eine Inszenierungen von anrührender emotionaler Tiefe und politischer Aussagekraft erarbeitet, sondern mit ihrem gelassenen und genauen Spiel und dem herben Chorgesang auch eine adäquate Umsetzung geliefert.“ (doble)

Die Inszenierung entstand als Abschlussarbeit von vier Studenten an der Kunstakademie Minsk, der traditionsreichsten Theaterschule Weißrusslands. Die Premiere war wegen der immanenten Kritik an den aktuellen politischen Zuständen in Weißrussland mehrfach verhindert worden. Die Präsentation außerhalb des akademischen Rahmens allerdings war äußerst erfolgreich und trug dem jungen Ensemble Einladungen zu vielen internationalen Festivals ein.