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Das Lied vom Erlkönig

„Wer reitet so spät und wer hatte die Vorfahrt, der Erlkönig oder das Paar mit Motorrad? Fragen über Fragen. Und keiner wird jemals eine Antwort darauf finden. Außer der besorgten Mutter und Ehefrau vielleicht, die auf ihre beiden Lieben wartet. Bügeln. Warten. Sich sorgen. Das Schlagen der Uhr. Erinnerungen. Wie war das doch? Naturmystisches Gedicht mit Alliteration und Daktylen in der wievielten Zeile? Wieder die Uhr. Und wider die Angst. Was will der Dichter uns damit sagen? Goethe als Kasperlfigur mal kurz aus der Schublade geholt, Schuberts Vertonung im Kopf. Kein Text, keine Stimme, Nichts. Nur Warten. Könnte man doch die Uhr zurückstellen! Die Frau am Bügelbrett versucht es. Aber das Warten gewinnt eine schreckliche Eigendynamik. Langsam bricht eine Welt zusammen. Und Friederike Krahl, die den dramatischen Kurzkrimi über 60 Minuten mit absurdem Witz und dem Charme einer lebendig Begrabenen über die Rampe bringt, überzeugt bis zum letzten Augenblick.“
(Stuttgarter Nachrichten)