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Der Tannenbaum

  • Tannenbaum

„Draußen im Walde stand ein niedlicher kleiner Tannenbaum. Er hatte einen guten Platz; Sonne konnte er bekommen, Luft war genug da, rings umher wuchsen viel größere Kameraden, sowohl Tannen, als auch Fichten. Der kleine Tannenbaum wünschte aber sehnlich, größer zu werden!(…)“ So beginnt das Märchen um den kleinen Tannenbaum, der sich nichts sehnlicher wünscht, als zu wachsen, damit der Hase nicht mehr über ihn hinwegspringen kann. Und als er dann groß ist, wünscht er sich auf das Meer hinauszufahren, oder vielleicht doch lieber ein Weihnachtsbaum zu werden, obwohl er nicht weiß, was das ist. Aber ein Weihnachtsbaum muß das prächtigste und wundervollste sein, was es auf der Welt gibt. Und als er dann tatsächlich zu Weihnachten geschmückt bei den Menschen in der Stube steht, hört er das Märchen von Klumpe-Dumpe, der die Treppe herunterfiel und doch die Prinzessin bekam. Und als er dann später die Dachkammer abgestellt wird, erzählt er den Mäusen die Geschichte von Klumpe-Dumpe, und wünscht sich, daß vielleicht er die Treppe herunterfällt, und die Prinzessin bekommt…

Das Motiv der Sehnsucht zieht sich durch Hans-Christian Andersens Märchen vom Tannenbaum. Der Sehnsucht nach allem, was man selbst nicht ist, nach einer fernen, ungewissen und wunderbaren Zukunft. Auch die Erzählerin unserer Tannenbaumgeschichte wird von diesem Gefühl geplagt. Eine große Zauberkünstlerin möchte sie sein. Und ist sie nicht auch die Erbin eines großartigen Geheimnisses? Seltsame Koffer hat ihr der Ururgroßvater hinterlassen, die allesamt nicht zu öffnen sind. Der Schlüssel dazu liegt in der Geschichte vom Tannenbaum verborgen, und um ihn zu finden, macht sie sich daran, Andersens Märchen noch einmal zu erzählen.