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Zwei Filmbesessene – oder, wenn ihr wollt, zwei Projektionszauberer experimentieren in einer Filmbilderdiavideoprojektionsfabrik, in der jeder erdenkliche Platz voll gestellt ist mit vielerlei Studioapparaturen, Tischen, Bügelbrettern, eigenartigen Entwürfen und Modellen, verschachtelten Konstruktionen, unzähligen Monitoren unterschiedlicher Größe und einer ganzen Reihe von Projektionswänden. Dies alles verkabelt und verbunden mit Schnüren und elektrischen Drähten.

Die beiden Lichtbastler zeigen magische Bilder, erwecken Filmhelden zum Leben und fabrizieren dazu in ihrem Labor die entsprechenden Klänge und Geräusche. Über ihren Köpfen schwebt eine riesige Kinoleinwand. Auf die projizieren sie einen Film zeitgleich mit seinem Entstehen. Er trägt den Titel „Die Große Böse Welle“.

Auf der Erde steigt der Meeresspiegel. Die ganze Welt wird vom Wasser überschwemmt. Es gibt nur eine Ausnahme: die Niederlande. Dieses kleine Land löst sich vom Kontinent und schwimmt wie ein Boot über das Weltenmeer…

(Zu diesem Film ist anzumerken, dass „Die Filmfabrik“ lange vor der grausamen ostasiatischen Tsunami-Welle geplant und entwickelt worden ist. Die Bilder dieser Inszenierung haben mit der Gechichte der Niederlande zu tun, die seit eh und je vom Kampf mit dem Meer geprägt ist, weniger mit den Ereignissen der Katastrophe in Ostasien, deren Bilder um die Welt gegangen sind.)

Die Filmfabrik gibt sinnbildlich – und wortwörtlich – einen Einblick in eine Küche. Wiersma & Smeets sind mit den Vorbereitungen für den großen Film beschäftigt. Aus einem Fließband werden Gliedmaßen, Gesichter, Frisuren und Kleidungsstücke für die Darsteller zusammengestellt. Nach vielerlei Manipulationen entstehen die drei Hauptfiguren des Films, die uns klarmachen, dass es nicht einfach ist, auf einem Stückchen Land zu leben, das sich in ein Boot verwandelt hat….

Mit ihren beiden letzten Produktionen „ALIENTJE“ und „DIE FILMFABRIK“ entwickeln Wiersma & Smeets einen eigenen Stil des Labortheaters. Ihr Theater zeichnet sich durch eine Mischung von Einfachheit und Komplexität aus, durch die Gleichzeitigkeit von aktueller digitaler Hightech und alten traditionellen Techniken des Puppentheaters, von Realismus und Abstraktion, von skurrilem Humor und emotionaler Rührung, von Banalität und Poesie.

Wiersma & Smeets benutzen überraschend einfache und allgemein zugängliche Techniken, die sie offen und für alle im Publikum sichtbar einsetzen. Dieses Spiel mit offenen Karten ist ein wesentlicher Bestandteil ihres Konzeptes und fügt dem Spiel Dimensionen hinzu, die es auch für ältere Zuschauer und Erwachsene interessant machen. Da die Inszenierung kaum gesprochenen Text verwendet, ist sie hervorragend für ein internationales Publikum geeignet.