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Haiku

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„Die Felder und die Berge/ versteckt unter dem Schnee / ist das Nichts.“ Das dreizeilige japanische Haiku, dessen Wurzeln bis ins 9. Jahrhundert zurückreichen, ist die kürzeste literarisch anerkannte Gedichtform der Welt. Es beschreibt – formal streng definiert, ohne Titel, Kommentar und verschlüsselnde Sprache – einen einzigen sinnlich wahrnehmbaren Augenblick und öffnet in ihm den Zugang unmittelbaren Erleben. Die italienische Formation Controluce setzt in einer Kombination aus japanischem Butho-Tanz, Schattentheater und Video-Projektion elf Haikus in Bewegung, Musik und Bilder um.

„Die Projektion von Bildern auf Leinwände in der Mitte des szenischen Raumes, die von hinten beleuchtet auch der Abbildung von Schatten dienen, ließ eine geheimnisvolle Atmosphäre entstehen. Am Anfang, als ich wusste, dass der Tänzer taub und stumm war, war ich verblüfft über die Synchronisation von Musik und Tanz. Es geschah allmählich während der Proben, dass sich Licht, Schatten, Musik und Bewegung zu einer Stimmung verwoben und uns jedes Mal in Erstaunen setzten.“ (Eiko Yamaguchi)

1994 gründeten der spanische Maler Jenaro Meléndrez Chas und die Musiker Corallina De Maria und Alberto Jona in Turin Controluce. Ihre Idee war es, abstrakte Malerei und die Technik des orientalischen Schattentheaters zu verbinden. Controluce gastiert bei Festivals auf der ganzen Welt. Sie veranstalten selbst jeden September das renommierte Festival Incanti.