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Jeanne d’Arc

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„Acht Gretels spielen Johanna. Respektlos und temperamentvoll ent- und verwerfen sie die absonderlichsten Variationen einer Johanna und ihrer Beweggründe in den Krieg zu ziehen. Da wird die stimmenhörende Hirtin ausgespielt bis an die Grenzen der Identifikation mit den gehüteten Watte-Schafen; da will eine Göre nicht mehr den Vater im Rollstuhl schieben und schon gar nicht KinderKücheKirche als Zukunft, sondern aufstampfend sich im vietren K beweisen: „Ich will in den Krieg“ plärrt sie und muss auch schon mal eine Jungfräulichkeitsbescheinigung vorweisen; da kämpft ihr Gegenbild für „seine“ Johanna: Ein Schauspieler mit der für alle obligaten Zopfperücke spielt eine Gretel, die einen Jungen spielt, und der spielt am liebsten mit seiner Puppe Johanna. Darf er aber nicht. Papa erschießt die Puppe, der Junge soll Krieg spielen. Da wird Johanna zur Pop-Ikone mit missionarisch-demagogischen Anfällen, und der Krieg mutiert zur Party mit Schunkellied. Das kommt spaßig daher und holzklotzgorb, die Figuren tauchen wie am Schnürchen gezogen auf und ab – eben Kasperltheater vor seiner pädagogischen Okkupation – und es geht doch, gerade wenn es ganz spaßig, ganz irrsinnig wird, durch und durch.“
(Das andere Theater)