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Konzert für eine taube Seele

Ein Spiel für Ragna Schirmer und Puppen
Puppentheater Halle (DE)

Sein Arzt notierte: „Schlaflosigkeit, Müdigkeit, Gedächtnistrübung, Mangel an Konzentration, Angstzustände. Weiß nicht mehr, wie man gewisse Buchstaben schreibt. Er ist starr. Die Angst spielt eine große Rolle in seinem Unbehagen.“ Der Patient heißt Maurice Ravel. Seine Krankheit: eine erworbene Amusie, die Unfähigkeit, trotz intakter Sinnesorgane, Tonfolgen und Rhythmen zu erkennen und wiederzugeben, früher auch als »taube Seele« bezeichnet. Als auch eine Kur nicht den gewünschten Erfolg zeigt, richtet man dem Komponisten in Paris eine Wohnung voller Spielsachen und Puppen ein, von denen Ravel seit Kindertagen fasziniert ist. Im Zusammenspiel der Ausnahmepianistin Ragna Schirmer mit den meisterhaften Hallenser Puppenspielern wird Ravels Leben fühlbar: vom mehrfachen Scheitern im Wettbewerb um den Prix de Rome über die Triumphe in Europa und Amerika bis zu seinem tragischen Ende.

Ragna Schirmer ist Professorin für Klavier an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Mannheim, gewann als bisher einzige/r Pianist/in zweimal den Bachpreis beim Internationalen Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerb in Leipzig. Als erste CD veröffentlichte sie 2000 eine Aufnahme der Goldberg-Variationen von Bach. Viel beachtete und ausgezeichnete Konzerte und Aufnahmen folgten.

Das Puppentheater Halle zählt heute zu den erfolgreichsten Ensemblepuppentheatern Deutschlands. 1954 aus einer Laienpuppenspielgruppe hervorgegangen gehörte das Theater schon in der DDR zu den herausragenden Ensembles. Die spielerische Dimension des Ausprobierens prägt die Arbeit dieses Ensembles. Die schauspielerische und puppenspielerische Virtuosität der Hallenser Puppenspieler gründet neben ihrer fundierten Ausbildung an der Abteilung Puppenspielkunst der Berliner Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ auf dieser Idee von der Bühnenfigur.

Christoph Werner „schwebt mit Witz, Poesie und Liebe zu seinem Gegenstand, gleichsam auf den Flügeln der Musik. Da kommt natürlich nichts vom Band, sondern aus dem Herzen und den Händen der wunderbaren Pianistin Ragna Schirmer, die sich obendrein wie selbstverständlich in das kleine Ensemble aus Ganzkörperpuppen einfügt. … Christoph Werner ist ein Schmuckstück gelungen. Kathrina Kummer, Nils Dreschke, Sebastian Fortak und Lars Frank sind als Puppenführer nahezu unsichtbar, als Synchronsprecher plausibel und schlagen sich auch als Kapitän oder Arzt in ihrer eigenen Gestalt. Und mittendrin liefert Ragna Schirmer die Musik und ist die Seele des Ganzen. Ganz gleich, wie man das nun nennt: es stimmt irgendwie alles und ist großartig. (die deutsche bühne)

Es gibt hier viele schöne Bilder, anrührende wie komische Szenen sind zu bestaunen. … Was die Inszenierung schlüssig macht, ist ihre klare Struktur, für den Charme sind, wie immer an diesem Haus, die Puppen und ihre Spieler zuständig. … Ravel ist für einen Abend aus der Anonymität des Berühmten getreten und als der Mensch sichtbar und spürbar geworden, der er gewesen sein könnte, so wenig Verbürgtes man über diesen genialen Eigenbrötler und tragischen Helden weiß. … Ein Abend des Mitfühlens ist es geworden, voller Liebe für Ravel und seine Musik.“ (Mitteldeutsche Zeitung)

Preise: 25,- (Erw.) 20,- (erm.) / Frühbucher bis einschließlich 16. Januar: 22,- (Erw.) 18,- (erm.)

http://liveweb.arte.tv/de/video/Konzert_fur_eine_taube_Seele/

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Video-Link: http://www.youtube.com/watch?v=vHDPa5yiays