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Werkschau Lille Kartofler

 Es ist gar nicht leicht zu sagen, wie viele FITZ-Besucher Matthias Kuchtas Lille Kartofler Figurentheater kennen. Rechnerisch müssten es so etwa 13.000 sein. Seit 1989 ist der Düsseldorfer Figurenspieler mit seinen Märcheninszenierungen regelmäßig im FITZ zu Gast und sorgt so gut wie immer für ein ausverkauftes Haus. Wahrscheinlich aber sind es weniger, denn da sind die, die seit Jahren immer wieder kommen, meist mit Kindern, häufig auch ohne. Warum?

Wer Matthias Kuchta gesehen hat, der liebt den vitalen Zauber seiner Märchenerzählungen: seine Kunst, die Figuren mit prallem Leben zu füllen und die Kinder immer wieder behutsam in das Spielgeschehen einzubeziehen, sein Augenzwinkern und die Kraft, mit der er durch die Geschichte führt und dabei das Einfache, märchenhaft Typische der Figuren, der Requisiten und der Handlung bewahrt.

Der kennt auch die fast lebensgroßen, ausdrucksstarken Textilfiguren, die er in kongenialer Partnerschaft mit der Stuttgarter Künstlerin Mechtild Nienaber entwirft und baut. Hier löst sich gestalterisch ein, was auch Kuchtas Spiel ausmacht: behutsam zuspitzend, aber nie denunzierend, ernsthaft und genretreu, aber doch durchzogen mit einer feinen Spur Ironie, die seine Vorstellungen zu einem Genuss auch für Erwachsene macht.

Matthias Kuchta spielt auf Deutsch, muss es aber nicht. Er kann es auch auf Englisch, Französisch oder Russisch, und seine Tourneen führen ihn unter anderem in die USA, nach Kanada, Frankreich, Österreich und in das Baltikum.

Nun aber ans Werk: Sechs Grimmsche Märchen für Kinder ab vier Jahren und – eine Besonderheit für alle Kuchta-Kenner – eine Abendinszenierung stehen auf dem Programm. Dreimal ist es an »Hans«, die Abenteuer des Lebens zu bestehen, dreimal sind es uns wohlbekannte »Prinzessinnen«, die ihren Platz in der Welt erst über Umwege erreichen. Einmal ist es der Schrecken einer anderen alten Geschichte, gegenwärtig und ergreifend. Siebenmal fasst Kuchta das Leben mit Händen und breitet es vor uns auf der Bühne aus.