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Zwiegestalten

  • Zwiegestalten

Hat man sich nicht auch von dicken, unveränderlichen Kinderpuppen tausendmal gefragt, was später aus ihnen würde? …Sie lagen da am Rande des Kinderschlafs, wie sie es gewohnt waren, am Tage mit fremden Kräften unermüdlich gelebt zu sein….“ (R.M. Rilke)

Eine unachtsam weggeworfene Puppe erwacht zu neuem Leben, besichtigt die eigenen Gliedmaßen, freut sich an den ersten Momenten ungelenker Eigenständigkeit…und begegnet ihrer Doppelgängerin aus Hartplastik. Auch sie ist auf der Suche nach einer eigenen Seele, will dem Schicksal der Fremdmanipulation entkommen. Die Puppe und ihr Ebenbild begegnen sich. Lustvoll und grausam beobachten sie ihre eigene Teilung und schaffen auf der Suche nach der vereinenden Kraft immer wieder neue zwiespältige Wesen zwischen Mensch und Tier, Stein und Haut.

„Zwiegestalten“ ist ein butoh-tänzerischer Versuch den menschlichen Körper in eine leblose Puppe zu verwandeln, deren groteskes Innenleben die Plastikhaut immer wieder neu formt, wie Überhitzung und Verwitterung es tun würden. Ein Pas des Deux über den künstlichen Menschen, der das Prinzip Spaltung als neue Lebensform gefunden hat.