Die Figurenspielerinnen Anniek Vetter und Lara Epp wollen die Flausen-Residenz dazu nutzen, ihre künstlerische Recherche weiterzuführen, in der sie die Schnittstellen von Musik und Bewegung im zeitgenössischen Figurentheater erforschen. Während sie in ihrem ersten gemeinsamen Stück „BatschBatschBatsch“, das 2023 im FITZ Stuttgart Premiere hatte, den Fokus auf die Musikalität im körperlichen Spiel mit Objekten legten und sich hierfür intensiv mit dem Genre Slapstick auseinandersetzten, werden sie während der Flausen-Residenz in das traditionelle italienische Pulcinella-Handpuppenspiel eintauchen, um dessen Rhythmus und Musikalität zu untersuchen.
Die Forschungsfrage wird sein, wie und ob man die Prinzipien dieser Spielform mit ihrer langen Geschichte und Situiertheit in einem spezifischen Kontext auf zeitgenössisches Figuren- und Objekttheater übertragen kann. Dabei wollen sie herausfinden, welche Objekte die klassischen Puppen ersetzen können, wie viel Abstraktion möglich ist und wann ein Handpuppenstück eigentlich zum Konzert wird.
Die Residenz unterteilt sich in zwei Phasen:
- Recherche: Anniek und Lara besuchen die Kompanie „Teatro delle Guarattelle“ in Neapel, um dort der Pulcinella-Koryphäe Bruno Leone und seinen Schüler_innen Irene Vecchia und Gianluca Di Matteo bei ihrer Arbeit über die Schulter zu schauen und von ihnen die Grundprinzipien dieser Kunstform vermittelt zu bekommen.
- Experimente: Mit den gewonnenen Erkenntnissen begeben sie sich in Improvisationen mit verschiedenen Materialien, Objekten, Klängen und Bewegungen und suchen nach eigenen Wegen, das klassische Handpuppenspiel zeitgemäß weiterzudenken.
Die Flausen-Residenz findet in enger Zusammenarbeit mit dem FITZ Stuttgart statt. Nach der zweiten Phase wird es ein informelles Showing geben, um den Forschungsstand vorzustellen und sich darüber auszutauschen.
Ein Projekt in der Residenzförderung des Fonds Darstellende Künste in Kooperation mit flausen+



