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Helga Lázár

(1.) put the roots down (2.) then push them deep into the ground

- D.I.Yfür Einwander*innen -

Materialtheater/Physical Theatre/#FreeSZFE

Wurzeln schlagen. Wie eine Nagel in die Wand. Was für ein schöner, handwerklicher Ausdruck. Und wie schön es wäre, dazu etwas Ähnliches, wie eine IKEA - Bauanleitung zu haben. Eine Art Prozessbeschreibung. Eine DIY - Build yourself a home, die Punkt für Punkt erklärt, wie man (1.) für sich in einer fremden Kultur einen Platz finden, (2.) ein soziales Netz ausbauen (3.) und sich darauf einlassen kann. Besonders heutzutage. Besonders in Deutschland. Solange, bis die Durchführung eines Integrationsprozesses so einfach sein wird, wie der Aufbau eines Billy Regals, nehmen wir die wunderbare Komplexität dieses Themas als Forschungsfeld, und unsere persönlichen Erfahrungen.

Do It Yourself! Verwurzle dich! Das Integrations-How to  soll einfach, übersehbar und verständlich sein. Lázár nimmt also die oben erwähnten Motive wie „Linien“, „Vernetzen“, „Binden“, „Festbinden“ einfachheitshalber wortwörtlich: Mithilfe von Seilen, Karabinern, Flaschenzügen spinnt sie den Bühnenraum ein. Sie schlägt im Raum Wurzeln, webt sich ein soziales Netz, baut sich eine wanna-be-Heimat auf. Gleichzeitig spannen Interview- Sequenzen und ungarische Volkslieder einen eigenartigen Ton-Raum darum. Lázár visualisiert ihre persönlichen Erfahrungen und die transgenenrationalen Muster, die ihnen zugrunde liegen. Auf diese Weise entsteht ein umfassendes Gewebe aus Gedanken, Bildern, Tönen und Bewegungen, das es dem Publikum die Möglichkeit anbietet, sich mit ihren eigenen Fremdheitsgefühlen vertraut zu machen und sich in ihrer Dislokation willkommen zu fühlen.

Auch für Menschen ohne Migrationshintergrund.


#FreeSZFE mitten in Stuttgart

Die FreeSZFE-Vereinigung, gegründet und tätig in Budapests, ist eine wichtige Antwort auf die restriktive Kultur- und Bildungspolitik der Orbán-Regierung in Ungarn. Alles begann mit einer 71-tägigen Besetzung der Theater- und Filmhochschule, initiiert von Studierenden und unterstützt von vielen ihrer Lehrer:innen. Sie setzen sich für die Freiheit der Kreativität und die Autonomie der Bildung ein und vereinen die Menschen, die sich für akademische und künstlerische Freiheit einsetzen und staatliche Eingriffe in Kultur und Bildung ablehnen.

Die ungarische Theaterkünstlerin Helga Lázár selbst studierte Theaterregie an der SZFE Budapest und Figurentheater an der HMDK Stuttgart und setzt sich sowohl in ihrer Kunst als auch im Privaten für die Belange der FreeSZFE-Bewegung ein.


HELGA LÁZÁR studierte Regie an der Akademie für Theater und Filmkunst Budapest (SZFE), Figurentheater an der HMDK Stuttgart und Theaterwissenschaft an der Freien Universität Berlin. Seit ihrem Abschluss (2017) lebt sie in Deutschland und ist als Regisseurin, Bühnengestalterin und Performerin in Deutschland, Ungarn und Serbien unterwegs. Seit 2018 ist sie Dozentin der SZFE Budapest, wo sie seit 2020 promoviert. In ihrer künstlerischen Praxis beschäftigt sie sich am liebsten mit experimentellen Marionett-Techniken und mit den Kombinationsmöglichkeiten des physischen Theaters und des Figurentheaters.

LÉA DUCHMANN ist Zeichnerin, Figurenbauerin und -spielerin. Sie studierte Bildende Kunst an der Estienne Hochschule in Paris (2014) und spezialisierte sich auf Radierung. Im Anschluss lernte sie Holzschnitzerei in Bhaktapur, Nepal. Ab 2015 lernte sie Figurentheater in Paris am Théâtre aux Mains Nues und studierte anschließend bis 2021 an der HMDK Stuttgart. Ihr Zugriff auf Figurentheater ist vom Zeichnen, Aikido und Tanz beeinflusst.

PETRA SZÁSZI studierte Gitarren in Szeged, angewandte Komposition an der Musikhochschule Budapest und an der Norwegischen Musikakademie Oslo. In den letzten Jahren hat sie in Budapester Theatern und Stadttheatern mit in- und ausländischen Theatergruppen zusammengearbeitet. Sie arbeitet viel mit Nachwuchskünstler*innen im Filmbereich und nimmt an in- und ausländischen Klassik-Festivals teil.

SÁRA GÁBOR absolvierte ihr Studium der Dramaturgie im Jahr 2018 an der Akademie für Theater und Filmkunst Budapest (SZFE). Nach ihrem Abschluss wurde sie als Dramaturgin an dem Örkény István Theater in Budapest angestellt. Nach mehreren Jahren professioneller Arbeitserfahrung (als Dramaturgin und Dramatikerin) führt sie ihre Studien in Frankfurt an der Goethe- Universität und in Brüssel an der ULB im Rahmen des Programms CDPR (Comparative Dramaturgy and Performance Research) weiter. Ab 2023 ist sie an der Theater Aachen als Dramaturgin angestellt.

DOMOKOS KOVÁCS hat im Jahr 2017 an der Akademie für Theater und Filmkunst Budapest (SZFE) als Puppenspieler absolviert, seitdem arbeitet er als freier Schauspieler, Puppenspieler, Tänzer und Choreograf. Er lebt in Budapest, ist aber in Ungarn, in den Niederlanden, in Deutschland und in Serbien arbeitsbedingt viel unterwegs. In seinen Projekten fokussiert er sich auf das Spannungsfeld zwischen Tanz und Puppenspiel. In 2019 war er an der SZFE Budapest als Gastdozent tätig.

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Konzept/Regie/Spiel/Text: Helga Lázár | Choreographie: Domokos Kovács | Bühnenbild/Bau: Léa Duchmann | Musik: Petra Szászi | Dramaturgie: Sára Gábor

Derzeit sind keine Veranstaltungen geplant

Info:

Dauer: 60 Minuten

Geeignet für: Für Erwachsene und Jugendliche ab 16

Eintrittspreise
Erwachsene: Sie zahlen nach Ihren Möglichkeiten: 15,- / 20,- / 10,- / 5,-€

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