Springe zur Navigation

IMAGINALE 14 Pressemeldung

Pressemitteilung IM 2014

PRESSEMITTEILUNG

IMAGINALE 2014

Internationales Figurentheaterfestival Baden-Württemberg

Vom 6. bis 16. Februar 2014 findet in sechs Städten Baden-Württembergs die vierte Edition des Internationalen Figurentheaterfestivals IMAGINALE statt.

Neben den drei Hauptveranstaltern, dem Stuttgarter FITZ! Zentrum für Figurentheater sowie der Alten Feuerwache Mannheim und dem Schnawwl – Theater für junges Publikum am Nationaltheater Mannheim, sind bei der IMAGINALE 2014 das Theater Heilbronn, das Eppinger Figurentheater, das Figuren Theater Phoenix in Schorndorf und die Junge Bühne Ludwigsburg als assoziierte Partner beteiligt. Das als Biennale veranstaltete Festival gehört zu den größten seiner Sparte in Deutschland und konnte sich in den vergangenen Jahren einer durchschnittlichen Zuschauerauslastung von 90 Prozent erfreuen.

22 Ensembles und Solisten aus neun europäischen Nationen (Russland, Großbritannien, Frankreich, Belgien, Italien, Niederlande, Schweiz, Österreich, Deutschland) präsentieren in 27 Inszenierungen alle Facetten des Figurentheaters von Puppen- und Objekttheater über Bildertheater bis in die Grenzbereiche zu Tanz, Film und Bildender Kunst. Gezeigt werden mehr als 70 Vorstellungen. Dazu kommt ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Ausstellungen, Animationsfilmen, studentischen Arbeiten und Previews.

Eröffnet wird das Festival am 6. Februar in Mannheim von Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg und von Dr. Peter Kurz, Oberbürgermeister der Stadt Mannheim. Erwartet werden beim Gesamtfestival ca. 7.000 Zuschauer.

Eröffnungsvorstellungen

Zwei herausragende Beispiele zeitgenössischer Puppenspielkunst – intelligent, temporeich und virtuos – stehen zum Auftakt des Festivalprogramms auf dem Spielplan.

Als Meister des subversiven Puppenspiels schickt das Blind Summit Theatre seinen Protagonisten auf eine ebenso schwarze wie philosophische Reise durch die Wüste, inspiriert von Beckett, dem Buch Mose und Ikea. Mit „The Table“ präsentiert die britische Formation eine brillante Etüde über die Kunst des Puppentheaters, über Gott und die Welt, Glauben und Wahrheit. Hauptfigur ist die ebenso selbstbewusste wie scharfsinnige Puppe Moses, die ihre drei Spieler ganz schön ins Schwitzen bringt. „Superb!“, befand nicht nur das Wall Street Journal. Spielorte: Mannheim, Stuttgart, Heilbronn, Schorndorf

Als nicht minder charismatisch und garantiert nicht kinderlieb erweist sich „Poli(chinelle)“, der politisch durch und durch unkorrekte Held der französischen Produktion „Poli dégaine“. Anders als seine dienstbaren Kasper-Kollegen hat Poli weder Lust, seine Siesta zu unterbrechen, noch Theater zu spielen und macht deshalb kurzen Prozess mit allen, die ihn stören – den Tod mit eingeschlossen. So sehen sich die Puppenspieler schließlich gezwungen, selbst den Part der Puppen zu übernehmen, und damit steht der Verwirrung in all ihrer barocken Fülle nichts mehr im Wege. Romuald Collinet und Estelle Charlier gehören zu den rasantesten und frechsten Handpuppenspielern Europas und wurden auf vielen internationalen Festivals als Erneuerer des Pulcinella-Spiels gefeiert. Spielorte: Mannheim, Stuttgart, Heilbronn, Schorndorf

Der Zauber der Physik: Kunst und Technik im Dialog

Auf Einladung der IMAGINALE gastieren im kommenden Jahr zwei Ensembles im Rahmen des Festivals, deren Inszenierungen durch ein faszinierendes Wechselspiel von Technik und Ästhetik geprägt sind. Der französische Künstler Flop Lefebvre beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Erfinden und Bespielen von Lichtinstallationen und optischen Apparaturen. Seine ebenso ausgefeilten wie verspielten Objekte – versammelt in der Ausstellung „Heureuses Lueurs – Glückliche Lichter“ – verschaffen dem Betrachter großes ästhetisches Vergnügen und wecken zugleich seine wissenschaftliche Neugier. Begleitet wird die Ausstellung von der Performance „Dal Vivo!“, die an zwei Terminen im FITZ zu sehen sein wird. Spielort: Stuttgart

Auch das holländische Künstlerduo Wiersma & Smeets widmet sich der reichen Welt optischer Erscheinungen. Ihre wortlosen Licht-Erzählungen „Lampje Lampje“ und „Stoplicht“, spannende Kombinationen von High Tech und Low Tech, Humor und Poesie, wenden sich explizit an die allerkleinsten Zuschauer (ab 2 ½ Jahren). Spielorte: Stuttgart, Mannheim, Eppingen, Ludwigsburg

Geschichten übers Altern

Auf sehr unterschiedliche Weise erzählen vier der eingeladenen Inszenierungen vom Umgang mit dem letzten Lebensabschnitt und zeigen, dass Würde und Wünsche auch in dieser Phase des Lebens ein wesentlicher Aspekt für das eigene Lebensglück sind.

„Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor“, eine vielgelobte Adaption des gleichnamigen Kinderstücks von Martin Balscheit von der Dresdner Formation Freaks und Fremde, behandelt auf ebenso eindrückliche wie spielerische Weise das Thema „Demenz“. Angesprochen sind mit dieser Inszenierung Zuschauer aller Generationen: Kinder ab 6 Jahren ebenso wie Erwachsene. Spielorte: Mannheim, Heilbronn, Stuttgart

Mit „Die Berliner Stadtmusikanten“ präsentieren Regina und Daniel Wagner vom Theater Zitadelle humorvoll und mit höchster Puppenspielkunst die Geschichte von vier Tieren, die in einem Altersheim in der brandenburgischen Provinz ihr Dasein fristen, bis ein Ausbruch gelingt und Jugendträume zum Greifen nahe scheinen. Spielorte: Mannheim, Heilbronn, Stuttgart, Eppingen

Ein ebenso zärtliches wie grimmig-komisches Portrait einer Gruppe von Menschen im Altersheim hingegen zeichnet der australische Puppenspielmagier Neville Tranter in „Mathilde“. Neville Tranters minimalistische Inszenierung, sein virtuoses Spiel mit den ausdrucksstarken Klappmaulpuppen und sein rabenschwarzer Humor machen „Mathilde“ zu einem ebenso scharfzüngigen wie berührenden Kommentar zum Thema Alter und Tod in einer Gesellschaft, die dafür eigentlich keinen Platz hat. Spielorte: Mannheim, Heilbronn, Stuttgart, Schorndorf

Das Thema Vergänglichkeit steht auch im Mittelpunkt der Inszenierung „Conversation avec un jeune homme“. Ausgehend von den „Vanitas“-Darstellungen der Bildenden Kunst entwickelte die belgische „Grande Dame des Objekttheaters“ Agnés Limbos ein vielschichtiges Bühnengemälde über die Kostbarkeit und Flüchtigkeit der menschlichen Existenz. Spielorte: Stuttgart, Mannheim

Festival-Eigenproduktion: Russische und deutsche Künstler auf Goethes Spuren

In der gemeinsam mit dem Leipziger Lindenfels Westflügel produzierten und von der Robert-Bosch-Stiftung unterstützten deutsch-russischen Produktion „Makariens Archiv“ arbeiten der Leipziger Figurenspieler und Ausstatter Michael Vogel und der Petersburger Performer und Regisseur mit zwei jungen Bühnenkünstlern zu Motiven aus Goethes Spätwerk „Wilhelm Meisters Wanderjahre“. Das Ensemble entwickelt dabei eine Reihe von Spielszenen, die die im Roman angesprochenen Motive des Wanderns, Suchens und Sammelns mit den Mitteln des Figurentheaters in eine zeitgenössische Bühnensprache zu übersetzen suchen. Spielorte: Stuttgart, Mannheim.

Rahmenprogramm: Raum für Experimente

Mit ihrem Rahmenprogramm eröffnet die IMAGINALE Freiräume für ungewöhnliche Formate, Präsentationen von Arbeiten benachbarter Genres und studentische Produktionen. Zu sehen sind Kurzfilme aus dem Wettbewerb „Kunstpiep“ des Deutschen Forums für Figurentheater und Puppenspielkunst, „Previews“ der neuen Produktion des Ensemble Materialtheater und der Lecture Performance von Florian Feisel sowie Arbeiten von Studierenden und Absolventen des Studiengangs Figurentheater an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. Spielorte: Stuttgart, Mannheim

Förderer und Kooperationspartner

Die IMAGINALE 2014 wird maßgeblich gefördert vom Ministerium für Forschung, Wissenschaft und Kunst des Landes Baden-Württemberg, außerdem von der Landeshauptstadt Stuttgart, dem Kulturamt der Stadt Mannheim, dem Kulturforum Schorndorf, der Stadt Eppingen und der Kreissparkasse Heilbronn. Die internationalen Gastspiele werden unterstützt vom Institut Français und dem französischen Ministerium für Kultur und Kommunikation/DGCA, dem Niederländischen Generalkonsulat, dem British Council, Wallonie-Bruxelles International und Pro Helvetia. Ausstellungen und Rahmenprogramm wurden realisiert mit einer Förderung der Stiftungen Landesbank Baden-Württemberg.

Das Festival wird veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem Jungen Ensemble Stuttgart (JES), dem Theater tri-bühne, der Galerie Kunstbezirk im Gustav-Siegle-Haus und dem Treffpunkt Kinder der Volkshochschule Stuttgart sowie dem Deutschen Forum für Figurentheater und Puppenspielkunst (dfp) in Bochum.