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Silent Voice

Ein Tanzstück rund um die Kraft hinter der Stille
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    ©Jürgen Schindler

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    ©Frank Paul Kistner

Sawako Nunotani, Stuttgart

Freie Szene unterwegs

Silent Voice – was man nicht sagen kann, was man nicht sagen darf, was man nicht sagen will. Die Stimme, die nicht mehr gehört wird, die nichts mehr in dieser Welt hinterlässt, die einfach ausgegangen ist.

Basis für die tänzerische Aufarbeitung des Themas ist Musik unterschiedlichster Herkunft. Die szenischen Hörbilder werden unterstützt durch fantasievoll eingesetzte Requisiten. Jede der elf verschiedenen Szenen symbolisiert mit verschiedenen Objekten wie Transparentpapier, Kleidung, Zeitungspapier, Maske oder eben kein Objekt- unterschiedliche, unhörbare Stimmen der Welt.

Die Verwandlung von Szene zu Szene geschieht unauffällig und unspektakulär. Mit Hilfe sorgfältig eingesetzter Licht-Technik gleitet ein gehörtes Bild in das nächste. Unterschwellig passiert damit ein Perspektivwechsel. Heimlich schleicht sich die eigene Gedankenwelt ein. Jeder empfindet anders. Lachen. Bezauberung. Zeitreise.

In der gemeinsam mit den Komponisten in Japan erarbeiteten Vertonung versteckt sich das Heute im Gestern. Eingearbeitete Tonaufnahmen von Stimmen und Statements aus dem Radio lassen Grenzen zwischen Musik und Wort verschwimmen.

Der Strudel von Bild, Ton und Körpersprache nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise durch eigene Gedankenwelten. Nach knapp einer Stunde wird der Widerspruch im Titel der Inszenierung nachvollziehbar. Silent Voice ist eine geräuschintensive Vorwegnahme von sich still und leise anbahnenden Veränderungen der heutigen Zeit.

Die darstellende Aneinanderreihung ist ganz ohne Wertung. Sie lässt den Zuschauer dann und wann wie in einen Spiegel blicken. Am Ende der Aufführung steht damit der überraschende Effekt, dass Mensch sich selbst zu applaudieren hat. Silent Voice ist voller Poesie und gleichzeitig radikal.

Sawako Nunotani ist Tänzerin/Choreografin und vertritt eine intensive tänzerische und choreografische Auseinandersetzung zu aktuellen Themen unserer Zeit. Nunotani erhielt ihre Tanzausbildung in Japan bei Katsuyoshi Izumi. Sie arbeitet regelmäßig mit Künstlern und Musikern verschiedener Genres an Projekten im In- und Ausland. Themen wie das Verhältnis Mensch zur Wahrheit und grundsätzliche Fragen zum menschlichen Dasein kommen dabei zur Darstellung.

Ihre letzten eigenen Projekte sind: 2017/2018 „Night of Experiment-Colors“, 2016 „Night of Experiment-Space and Silence“, 2015 „The Movement of Drying Water“.


Tanz, Choreografie, Kostüme, Objektbau: Sawako Nunotani | Sounds, Soundbearbeitung: Kayoko Arisato, Takashi Tajima, K-suke | Choreographische Assistentin: Juliane Zimmermann | Assistentin: Tiina Kern | Licht/Ton: Doris Schopf | www.sawakonunotani.blogspot.com