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1. Stuttgarter Heiltage

Theater als Anwendung

Das FITZ wird für ein Wochenende zum Spa-Hotel der besonderen Art: Die “Ersten Stuttgarter Heiltage” bringen Theater-Wellness in die Bäderstadt.

Heiltage Plakat

Böse Zungen behaupten: Der Humor ist in der Krise. Wir sagen: Aus dem Endzeit-Szenario machen wir die Jahresend-Katharsis! Aus Theater, Kino und Musik wirken die paradoxen Heilungskräfte des Leides und werden angewendet wie Moorbäder und Massagen: Innerlich und äußerlich, aber auch bei akuten Problemen wie Zorn, Angst, Überforderung, Behinderung, Kummer und Wut. Aus der Krise wird Kunst. Und deren reinigende Effekte sind ja seit der Antike bekannt.

Fr 1.12. 19:00 – Open End

Performances & Konzerte

Sa 2.12. 19:00 – Open End

Performances & Konzerte:

Abendkarte 20 € (im Preis enthalten sind ein Begrüßungsgetränk und Snacks)

Heilpass für beide Abende 30 €

Idee & Konzept: Johanna-Yasirra Kluhs, Stefanie Oberhoff
Raum & Gestalten: Unge & Thüm, Berlin: Larissa Jenne, Salomé Klein

Programminfos:


Nächstes Jahr in Tskaltubo

Portrait eines Sanatoriums. Kurkonzert mit Videovortrag

Eva Löbau, Philipp Haupt

Naechstes Jahr1

Das Sanatorium Schachtjor steht in der georgischen Kurstadt Tskaltubo, die einst als das Baden-Baden des Kaukasus galt. Ein Ort an dem globale und lokale Geschichte sich überschneiden und individuelle Biografien von geopolitischen Ereignissen erzählen.

In der Sowjetzeit zog Tskaltubo mit seinen berühmten radonhaltigen Quellen jährlich hundertausende Kurgäste an. Doch verlor der Kurort mit dem Untergang der UdSSR sein Bezugssystem und statt der Touristen bezogen Flüchtlinge des abchasischen Bürgerkrieges Quartier in den Gästezimmer des Sanatoriums.

Die Schauspielerin Eva Löbau und der Videokünstler Philipp Haupt betraten das leere Sanatorium 2014 zum ersten Mal und stießen in den riesenhaften, stalinistischen Rauminszenierungen auf Spuren der Vergangenheit und auf Entwürfe einer möglichen, nach Westen orientierten Zukunft.

Ein mit Bild- und Geräuschkompositionen durchsetzter Redeschwall lässt das Sanatoriumsgebäude mit der Weitläufigkeit seiner Gänge und Flure in einer Vielzahl an Geschichten lebendig werden, und hinterfragt im Verlauf der Performance auch das Selbstverständnis und die Ziele der beiden KünstlerInnen aus dem Westen.

In zahlreichen Gesprächen mit ehemaligen Gästen, Bewohnern, Ärzten und Angestellten begegneten Eva Löbau und Philipp Haupt neben Widersprüchen und Missverständnissen der anziehenden Energie eines aufstrebenden Landes. In der komprimierten Stuttgarter Version folgen sie zu zweit im Deutsch-Georgischen Jahr 2017 einigen der in Schachtjor ausgelegten Fährten in die Weltgeschichte. Ihre westlich geprägte Perspektive ergänzen sie durch die Beiträge ihrer abwesenden Mitarbeiterinnen aus Georgien: der Medizinstudentin Khatia Jischkariani und der Musikerin Mika Motskobili. Technisch unterstützt werden sie auf der Bühne von Johanna Seitz.


Fußbad-Lesung

Performance: Nana Hülsewig, Stela M. Katić, Imam Cagla und Gast
Regie: Günter Brombacher
Fussbad Lesung 1

Texte zur persönlichen Standortbestimmung: Liebe, Leberwickel und Tod in beschaulicher Wellness-Athmo

Die Besucher betreten die Räumlichkeiten der Veranstaltung, die sich bald als Empfangs- und Therapieraum einer psychiatrischen Klinik erweisen. Freundliche Pfleger und Krankenschwestern kümmern sich um die Gäste, und wer möchte, bekommt eines dieser aromatisch duftenden Fußbäder.
Blaue Wannen, saubere Handtücher, alte Spitzenvorhänge und angenehme Wellnessklänge – eine Atmosphäre wohliger Entspannung stellt sich ein. Die Lesung beginnt und fast unmerklich beginnt sich die Wahrnehmung zu verschieben. Wer ist hier Patient und wer ist Personal? Hat die Anstaltsleiterin ihre Gefühle im Griff? Wie geht die Krankenschwester mit ihrer explosionsartigen Libido um? Die Besucher sind mitten drin…

Die „Fußbad-Lesungen“ feiert in dieser Form ihr 10-jähriges Jubiläum! Sie wird seit dem erfolgreich von Nana Hülsewig und Stela M. Katić an verschiedensten Orten aufgeführt. Dabei fanden die beiden Unterstützung von zahlreichen Künstler*innen und Freund*innen die in der Rolle des Pflegepersonals halfen die Performance zu verwirklichen.

Vielen Dank an: Andreas Bär, Imam Cagla, Heidi María Dávila García, Elin Doka, Dr. Ursl Enderle, Olmo Fiedler, Jens Fischinger, Michael Fohler, Pauline Frucht, Katja Schmidt-Oehm, Tilman Schwab, Winfried Stürzl, Christopher Walz, Thomas Wentges


Gilgamesch

Simone Eberhardt, Undine Eberhardt, Stefanie Oberhoff
Regie: Mateng Pollklässener

Gilgamesch

Mit insgesamt 260 % Behinderung bringen wir eine eigenwillige Fassung des Gilgamesch-Epos, der von den zahlreichen Abenteuern Gilgameschs (66 % Gott, 33 % Mensch) und Enkidus (66 % Mensch, 33 % Tier) erzählt. Ein Stück über Freundschaft, Heldentum, den Sinn des Lebens und Prozente.


Cruise Ship Misery

Sarah E. Müller, Milena Krstic

Cruise2

Das Berner Alleinunterhalterinnen-Duo des Grauens berichtet druckvoll und unbeschönigt von Strafvollzug, Überwachung, Nachbarschaftspsychosen und anderen Nebenwirkungen der Zivilisation. Mangelerscheinungen und Selbstzerpflückung werden in pathetischem Gestus zur Party erklärt. Doch der Text meldet sich simultan als Übertitel zu Wort und erstickt frohes Schunkeln und Wippen im Keim.


Schnitzel of love

Stefanie Oberhoff, Lilith Becker

Schnitzel Foto Marie Lienhardt
Hat auch was von Märchen, aber von einem ganz ganz bösen: Frau lässt sich von einem leicht zerknitterten Anubis ein Stück Fleisch aus dem Bauch schneiden und näht sich daraus ein niedliches Schnitzelwesen. Im rauchheißen Öl einer Bratpfanne singt die Kreatur das Hohelied der Vorfreude auf ihre Reinkarnation. Um anschließend an die Bestie verfüttert zu werden. Hinreißend makaber säuselt der Subtext: Liebeskummer in positive Energie umwandeln!


Soso na bana naye misato

Marie-Claire Mahela

Mahela2
Mit der Fabel “Soso na bana naye misato – Die Henne und ihre drei Küken“ nimmt die kongolesische Sängerin uns mit auf eine Reise durch die schwierigste Zeit ihres Lebens.


Dallas Kingston Kollektor

Matski Aerts

Dkk08

Auf diesem Planeten von Anfang an mit schlechter Sicht geschlagen entwickelt Matski ein besonderes Gehör. Die Nachttischlampe, die Nachbarn die den Vorhang zu ziehen, das Wasser im Boiler, Kühlschränke, Ameisen, Klopapier und Text auf dem Computer. Sie alle machen Lärm! Eine Noise-Sanarium mit schlechtem Strom.


Heilpunk-Jodelkonzert – Die Rüsen

Bea Ceipeck, Simone Eberhardt, Antje Lutz

Druesen

Auf das Jodeln, den Almschrei und das Juchzen gab es bisher ein alpines Monopol. Schluß damit! Jetzt jodelt das Wendland zurück: Jodeln ist für die Rüsen ein Lebens-und Überlebensmittel in jeder Befindlichkeitslage. Jodeln hilft immer. Darum jodeln die Rüsen absolut und global, zärtlich und brutal. In ihren Worten: dravänopolabisch.


Self Improvement Center

Studierende der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, Stuttgart / Figurentheater
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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=GpOt_CxTcbU

Lernen Sie ihren Körper mit all seinen Flüssigkeiten lieben. Finden Sie Ihre Katharsis im Herz eines Cheese-Burgers, verlieren Sie Ihren Stress und Ihre Sorgen im direkten Datenaustausch mit der Natur. Kotzen Sie sich einmal so richtig über all das aus, was Ihnen an der Seele nagt, oder lassen Sie sich ihre ganz persönliche psychomagische Methode für zu Hause von unserem kleinen Taschen-Jodorowsky mitgeben! Das Selfimprovement-Center ist eine interaktive Auseinandersetzung mit der Frage, ob und wie Kunst heilen kann.


UNGE & THÜM

Larissa Jenne, Salomé Klein

Ungetuem1

Irgendetwas ist mit meinen Beinen. Ich stolpere. Eine Weile schon. Der Haarwuchs scheint mir neuerlich stark vermehrt zu sein. Vermutlich liegt das an der Ernährung – in letzter Zeit liegt doch immer alles an, liegt jede Schuld, jede Heilung in ihr. Dabei geht es wohl darum, was man ZU SICH NIMMT, was man runterschluckt und verdaut oder wieder ausspuckt. Manchmal muß ich brechen. Ich würge Haarknäuel hervor.  Ich möchte nicht mehr essen. Ich vertrage es auch nicht mehr. Es kommt mir vor als seien auch meine Hände zu groß … sie wollen immer schaffen und schaffen und schaffen, selbst wenn ich müde bin, dabei gibt es doch schon so viel. Es ist so unendlich laut da draußen. Seid doch einfach still. Ich möchte schlafen. Drei Tage lang. Und mich verwandeln. Oder aufwachen. Meine Sachen passen mir nicht mehr. Ich stoße mich an Türen, an allen Ecken und Kanten. Wo soll ich mich bloß ausruhen, wo? Man versteht mich nicht, man kennt mich hier nicht mehr… man fürchtet oder lacht mich aus. Man jagt mich weg. Ich suche weiter.


Filmgrotte

Hier geht’s zum Filmprogramm

Pothealer

Betty Schiel sondiert in einem Kurzfilmprogramm Vorschläge aus dem Segment der Wohlfühlindustrie, die unser Leben nachhaltig verbessern könnten: Schon 1939 versprach ein Besuch in der finnischen Sauna das „Geheimnis um Schönheit und Jugend“ zu lüften. Zum Glück gibt es die anarchischen „Kurpusher“ und „Galactic Pot Healer“, die sich mit bissiger Ironie und „Super Smile“ über die grässlich grassierende PR-Sprache hinwegheben, um uns möglicherweise vor uns selbst zu retten: „Please relax now“!