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Arzt wider Willen

Der Herr Moliere hätte an dieser Inszenierung sicher seine helle Freude gehabt. Denn all das, was dem französischen Komödiendichter an schlagenden Pointen, grotesken Situationen und derben Handgreiflichkeiten eingefallen ist, das hat das Theater Handgemenge hemmungslos werkgetreu in Szene gesetzt. Da wird intrigiert, gestritten, gerauft und geprügelt. Da wird eine unbotmäßige Ehefrau übers Knie gelegt, ein Taugenichts von Ehemann herzhaft in den ehrwürdigen Arztstand geprügelt und ein tölpelhafter Hausdiener zum Hahnrei gemacht. Und auch der Erbonkel ist so höflich rechtzeitig zu verscheiden. So endet das Ganze, wie es enden muss: in einem richtigen Happy-End.

Pierre Schäfer und Peter Müller spielen zu zweit sämtliche Figuren, jagen sie unermüdlich von einer turbulenten Situation in die andere, machen dazu all den erforderlichen Krach und finden dabei noch die Zeit, die pointenreichen Dialoge aufs feinste auszuspielen. Auf der Bühne tummelt sich ein knappes Dutzend herrlicher Commedia dell’arte-Typen, die in den grotesken Handpuppen von Joachim Damm ihre ideale Besetzung gefunden haben. Eine hinreißende Puppen-Posse!