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Der Fall Ikarus

Die Bühne ist eine surreale Konstruktion aus Glas, Musikinstrumenten und den Lautsprechern eines alten Grammophons. Im Zentrum – ein Metallrad – ebenso Käfig wie Bildergenerator, Metapher wie sinnlich hartes Pendant zu Florian Feisels Körper. Ikarus ist nicht tot – dies ist die Prämisse der Inszenierung, die auf Festivals in Berlin und im polnischen Bielsko-Biala für Begeisterung gesorgt hat. Allein auf einer Insel lässt er die Geschichte seines vermeintlichen Scheiterns Revue passieren. Was mit einer Auseinandersetzung mit dem übermächtigen Vater beginnt, führt Feisels Ikarus schließlich zu sich selbst. Im Spannungsfeld zwischen gefordertem Gehorsam und verhängnisvoller Freiheit sucht Ikarus tastend, tobend, verzweifelt und zärtlich den schmalen Grad wirklichen Überlebens.

„Das Ganze ist ein performanceartiger Kraftakt. Feisel hängt, klettert und biegt sich durch die skurrile Maschinerie, die ihn umgibt, bleibt in ihr gefangen, kann das Rad nicht verlassen. In diesem Moment werden Ikarus und der ausdauernde Sisyphus zu einer Person. Das Publikum dankte frenetisch für diesen frappierenden Kampf gegen die Tücken des Objekts und des Daseins“ (WAZ)
Bereits während seines Puppenspiel-Studiums an der Berliner Ernst-Busch-Hochschule hat Florian Feisel in diversen Theaterprojekten, Performances, Clowns- und Akrobatikvorstellungen Beispiele seines künstlerischen Potentials gegeben. „Der Fall Ikarus“ ist im Rahmen seines Studiums als Vordiplomarbeit entstanden.