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Faust spielen

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Goethe. Faust. Fünfter Akt, offenes Feld. Die Sorge tritt auf, „Faust in höchstem Alter“ zur Hölle zu bereiten. Wo aber ist die Hölle? Nach Christopher Marlowe heißt die Antwort: „Hier!“

Die Erinnerungen an Forscherdrang und Teufelspakt, Lüsternheit und Liebespein, Höhenflug und Hexensabbat geraten bald zum derben Schwank, bald zur Travestie, bald zum packenden Bildertheater. Weib, Wissenschaft und Welt: jeglicher Besitzanspruch wird in Faustens Tod ad absurdum geführt. Die Vision einer glücklichen Zukunft auf errungenem Grund: eine geplatzte Tüte gefüllt mit Staub. Was bleibt nach dem Debakel?

Musikalisch herausgefordert und erleuchtet von Charlotte Wildes live bespielten Klang-Installationen, sind die Figurenspieler Christoph Bochdansky und Michael Vogel mit legendärem Kaspermut zu jeder Schandtat bereit. Der Tragödie erster und zweiter Teil in 70 Minuten.

„Das «Figurentheater Wilde & Vogel» spielt mit dem genialen österreichischen Puppenmeister Christoph Bochdansky «Faust» so wie er in keinem Reclam-Heft steht: eine packend-respektlose, irrwitzige Annäherung an den Kern des Weisen, eine klug-neugierige Hinterfragung der Faszination des Mannes, der da in betörenden, einfachen Bildern von seinem Sockel geholt wird und wie eine körperlose Fratze im Sinn-Sumpf stecken bleibt. Vielleicht war das die schönste und geistreichste Verwandlung des ganzen Festivals: Bochdansky und Michael Vogel, die in die Hirnweiten Fausts vorstießen, robbend und schreiend ganze Szenen und Schauplätze aus dem Ärmel zauberten, die Jugend und alle Tode durch die Luft trieben» um dem alten Zausel endlich am Rand einer rostigen Blechschüssel ein wenig Ruhe am nackten Po einer kleinen Porzellan-Nymphe zu gönnen. Von wegen Jungbrunnen!“ (Theater heute Oktober 2009, Festivalbericht Erlangen/Nürnberg(/Schwabach/Fürth 2009)