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Jedermann, PT Gera

Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes
Mysterienspiel von Hugo von Hofmannsthal
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Theater & Philharmonie Thüringen / Puppentheater Gera

Jedermann führt alles andere als ein Gott gefälliges Leben. Obwohl er reich an Besitztümern ist, mag er den Bettlern nicht helfen und behandelt seine Schuldner mit unerbittlicher Strenge. Seine Frau betrügt er obendrein. Erst als eines Tages der Tod zu ihm kommt und ihn vor seinen Schöpfer führen möchte, bekommt es Jedermann mit der Angst vor der Hölle zu tun. Er erbittet vom Tod eine Frist von einer Stunde, um einen Menschen zu finden, der mit ihm vor Gott tritt, damit er doch noch in den Himmel kommt. Aber weder Freunde noch Familie erklären sich bereit, für Jedermann vor Gott zu bürgen. Auch sein Geld wird ihm für das Urteil seines Schöpfers nicht nützen. Der Verzweiflung
nahe, begegnet Jedermann einer gebrechlichen, alten Frau, die sich als seine guten Taten vorstellt. Doch auch sie kann ihn nicht begleiten, weil sie zu schwach ist. Jetzt bleibt Jedermann nur noch der Glaube, um sich aus den Fängen des Teufels zu befreien.

„„Jedermann“ offenbart sich als Paradestück für Marcella von Jan. Mehr als zehn Puppen spielt sie in dem Klassiker von Hugo von Hofmannsthal: von Kopffiguren über Marionetten bis hin zu Gegenständen wie Kannen und Krüge.(…) Nicht nur die grandiosen Puppen werden im Laufe des Geschehens zusehends bizarrer, auch die Bühne gerät aus den Fugen (…) Das Premierenpublikum ist vom gesamten Inszenierungsteam begeistert, das die Mittel des Puppentheaters so klug und atmosphärisch einzusetzen versteht. Vor allem Marcella von Jan erhält minutenlangen Applaus…“ (TA)

An das Vorbild mittelalterlicher Mysterienspiele angelehnt, schuf Hugo von Hofmannsthal (1874-1929) eine Tragödie, die inzwischen zum Klassiker deutschsprachiger Dramatik avanciert ist. 1911 wurde das Stück unter der Regie von Max Reinhardt im Berliner Zirkus Schumann uraufgeführt. Seit 1920 ist Jedermann fester Bestandteil der Salzburger Festspiele, die von Reinhardt und Hofmannsthal begründet wurden.

Siebenundzwanzig Figuren zählt das Stück. Es zeichnet sich nicht nur durch seine große Personnage im Allgemeinen, sondern durch seine allegorischen Figuren im Besonderen aus. Der Tod, Gott, der Glaube, die Werke und Mammon treten als handelnde Personen auf. Das Puppentheater bearbeitet den Stoff zu einem außergewöhnlichen Soloabend.