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King Kongo

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Ein wahres MÄrchen aus dem Kongo (westart/wdr)

Im Dorf gibt es eine Neuigkeit: Man hat einen König – einen weißen sogar! Voller Freude wird er ins Dorf zum Festmahl geladen. Zusammen mit dem Publikum warten Kinder und Jugendliche aus Kinshasa, sowie kongolesische und europäische Künstler auf den König, „der die Krone am Kinn trägt„. Aber wie empfängt man eine Majestät? Um die Ankunft des neuen Herrschers zu proben, wird einer zum König gewählt. Und um besser erkannt zu werden, möchte dieser gerne ein wenig höher sitzen – und ein bisschen mehr essen – er möchte auch nicht, dass man schlecht von ihm spricht …
Mit rasanter Musik, ausgelassenem Tanz, Schauspiel und anarchischem Puppenspiel, wird hier eine Geschichte erzählt, die von einem König und von Edelsteinen handelt und doch kein Märchen ist… In scheinbar unbeschwertem Spiel werden wiederkehrende Mechanismen der Macht entlarvt, die kinderleicht zu erkennen sind und weltweit ignoriert werden.

Berliner Konferenz 1884/1885. Afrika wird territorial unter den Europäern aufgeteilt. Der belgische König Leopold II. versichert, er werde die Kongolesen „wie seine Kinder behandeln“. Er errichtet im Kongo eine beispiellose Schreckensherrschaft, geprägt durch Unterdrückung, unvorstellbare Gräueltaten und einem exzessiven Raubbau an Bodenschätzen, an Kautschuk und Elfenbein. Seine Kolonialzeit hinterlässt ein geschundenes Land mit 10 Millionen Toten sowie unzählige misshandelte und verstümmelte Kongolesen. Unklare Machtverhältnisse, Diktaturen, grausame Bürger- und Rebellenkriege bestimmen seitdem den Alltag im Kongo. Trotz der erst kürzlich erlangten Demokratisierung des Landes, bleibt die Lage in der Demokratischen Republik Kongo bis heute instabil. Traumatisierte Kindersoldaten, unvorstellbare Armut, Inflation bestimmen die Gegenwart.

Bereits 2005 kamen kongolesische und europäische Künstler zur FIDENA zusammen und entwickelten die Inszenierung „Le Cadeau – Das Geschenk“, die im Rahmen der Ruhrtriennale gefeiert wurde. Nun ist das Team zurück, erweitert um ehemalige Straßenkinder, die in ihrer Heimat seit zwei Jahren mit dem unglaublichen Temperament ihrer Blaskapelle Furore machen. Man bittet zum Bankett, das bissiger, dekadenter und verlogener nicht sein könnte.

Sprachen: Deutsch, Französisch, Lingala.