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Wir verpassten Tschernobyl… … weil wir kein Deutsch konnten

Autorenlesung mit Lifeprojektionen
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Mehrnousch Zaeri (Autorin)

Im Rahmen des Interkulturellen Festivals „Made in Germany 2013

Die Flucht aus dem islamistischen und kriegerischen Iran der 80-er Jahre führt die sechsköpfige Familie Zaeri über die Türkei nach Deutschland. Nach einer langen Reise mit ungewissem Ausgang finden sie leer gefegte Berliner Straßen vor und einen Taxifahrer, der sich weigert, die Familie in ein Hotel zu bringen. Was sie nicht wissen können – es ist Weihnachtsabend, und das Taxi ist nicht für sechs Passagiere zugelassen… Mit großer poetischer Kraft erzählt die Autorin Mehrnousch Zaeri-Esfahani aus der Perspektive eines Kindes in Ihrem im Februar 2014 erscheinenden Buch von den schrecklichen und traurigen, aber auch den schönen, glücklichen und immer wieder ungemein lustigen Erlebnissen aus der Zeit ihrer Flucht und ihres Ankommens in Deutschland. Mehrdad Zaeri, der Bruder der Autorin, untermalt den Text mit Illustrationen, die während der Lesung life entstehen und projiziert werden.

»Es sind diese kleinen Geschichten, die dem Buch (…) seine Authentizität verleihen. Die Autorin kehrt zurück in die Zeit ihrer Kindheit, als sie mit weit aufgerissenen Augen die deutschen Turnhallen und Schwimmbäder betrachtete, lässt die Zuhörer daran teilhaben, versetzt sie in jenes kindlich-erlebende Gefühl zurück. (…) Während seine Schwester liest, zeichnet er vor den Augen der Besucher:Mit wenigen Handbewegungen skizziert er ein junges Mädchen. Sie sitzt auf den Dächern einer Kleinstadt, blickt sehnsüchtig in den Himmel. Mit der kindlichen Hand greift sie nach den Sternen. Der Stift gleitet auf ein neues Blatt, ein Vogel entsteht – Linien – in einem Käfig. Eine junge Frau betrachtet das eingesperrte Lebewesen – neue Linien – streckt die Hand durch die Gitter. Zaeri faltet das Blatt zusammen, nimmt einen neuen Zettel. Der Vogel, frei, fliegt über das Meer. Mit wenigen Handbewegungen erschafft der Künstler eine Welt, lässt Figuren hinein, gibt ihnen ihr eigenes kleines Universum, damit es in der nächsten Sekunde wieder verschwindet.« (Wetterauer Zeitung, 14.03.2013)