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Einblicke in das menschliche Innenleben

Video und Bühnenspiel gehen im Figurentheater Fitz geglücktes Miteinander ein
erschienen am 05.11.2005 in Ludwigsburger Kreiszeitung
von Arnim Bauer

Stuttgart – Mit der Premiere von „Intimitäten“ hat am Figurentheater-Zentrum Fitz das kleine Festival „Newz, Tage des jungen Figurentheaters“ begonnen, das bis zum 13. November neue Produktionen zeigt.

Zumeist Nachwuchskünstler zeigen ihre Arbeiten im Rahmen dieses Festivals mit zwölf Inszenierungen bei 14 Aufführungen. Mit der Stuttgarterin Iris Meinhardt hat allerdings eine Künstlerin das Festival eröffnet, die sich längst die ersten Sporen verdient hat. Entsprechend reif ist auch diese Arbeit, die Video- und Bühnenspiel gelungen vereinigt. Trotz mannigfaltiger Versuche glückt dies immer noch ziemlich selten. Hier aber macht diese Verbindung Sinn, öffnet wirklich neue Dimensionen und Möglichkeiten. Zu Texten ganz unterschiedlichen Ursprungs, die aber theatralisch zu einem Buch über die Selbstspiegelung und -findung einer Frau werden, gibt es Blicke in das physische Innenleben dieser Person. Mal wird dieses auf das weiße Kostüm der Spielerin projiziert, mal an der Videowand sichtbar, mal sind es einfach Großaufnahmen des sich bewegenden Knies, mal endoskopische Aufnahmen des Ohres oder des Ösophagus. Kurz, die Einblicke sind Intimitäten, auch wenn Meinhardt spielerisch gekonnt mit einem überdimensional an die Wand geworfenen Auge spielt. Eindrücklich und vor allem voller Überraschungen ist dies ein ungemein kurzweiliges Stück mit spektakulären Bildern.