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Eine traumhafte Reise zum Mond von Wilde / Vogel / Bochdansky

erschienen am 15.03.2005 in Oberösterreichische Nachrichten
von Klaus Buttinger

Allein das Bühnenbild der deutsch-österreichischen Koproduktion namens „Sommernachtstraum reorganisiert“ hätte den Eintrittspreis am Sonntag Abend gelohnt. Salvatore Dali hätte seine Freude an dieser Mondoberfläche gehabt, auf der plüschige Fantasiefiguren auf ihren Einsatz warteten.

Mitten darunter, zwei »Männer in Betrachtung des Mondes“, so der Untertitel des Stückes von Michael Vogel (D) und Christoph Bochdansky (Ö) und Charlotte Wilde (D), die für die Musik verantwortlich zeichnete. Mittels elektronisch verzerrter und gesampelter Geige und E-Gitarre hob sie das fantastisch-komische Stück so angemessen und dezent, dass es schlicht perfekt war.

Wilde und Bochdansky, die beiden Männer im Mond, gebärdeten sich indes als zurückgelassene Astronauten, als Götter oder pubertäre Konkurrenten. Beide zogen alle Register der Schauspielkunst, der Pantomime und des Puppenspiels. Ein derart fröhlich-kunterbuntes und abwechslungsreiches, technokritisch-politisch und satirisches Treiben hat das Festival bisher noch nicht hervorgebracht. Leider gab das an Shakespeares  „Sommernachtstraum“ angelehnte Spiel keine Antwort auf die zentrale Frage des Stücks: »Was soll man man anhimmeln, wenn man auf dem Mond ist?“