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Hands & Company und das Anderssein

erschienen am 11.05.2013 in Stuttgarter Nachrichten
von Brigitte Jähnigen

Pelle ist anders als die anderen. Dick und ziemlich langsam. ‚Fettsack, Dummkopf‘ schreien Kinderstimmen aus dem Off. Wie soll sich  Pelle so auf die Bühne trauen? Dort toben sich in einer zirzensischen Nummern-Show mit türkischsprachigen Versatzstücken skurrile Figuren aus. Ein Pudel, handflächenklein, springt über eine Stange. Eine stolzierende Vogeldame animiert ihren Verehrer zum Raddrehen. Und Filina, ‚die Perle der Lüfte‘, knickt ihre Metallbeinchen elegant auf dem Seil ab. Dazu gibt es wunderschöne Musik von Uwe Lames. Angelika Müller lässt die Figuren aus zarten Metallstäben, Federn, Samt und Glitzersteinen durch Auf- und Zuspreizen mit der Hand lebendig werden. Mit Schnodderschnauze und Tricks entzückt sie das Publikum: Der Zirkusdirektor verzaubert sich in einen Raben, aus ihrer wilden Pferdeschwanzfrisur holt Frau Müller Herrn Einstein. Das winzige Flatterwesen gibt auf dem Trapez den Pausenclown. Und dann traut sich  Pelle, der der sympathischen Inszenierung nach dem Kinderbuch von Marjaleena Lembcke den Titel gibt, doch noch aus den Kulissen heraus. Riesig, mit knallroten Patschhänden.