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Puppenspielerin wird gefeiert

Lisa Remmert fasziniert das junge Publikum
erschienen am 31.12.2012 in Westfälische Nachrichten

Tecklenburg - Im Sturm hat Lisa Remmert die Herzen von Kindern und Erwachsenen erobert. Die Puppenspielerin haucht auf der Bühne ihren Figuren Leben ein. Die Zuschauer belohnen die Aufführung im Kulturhaus mit lang anhaltendem Applaus.

Aufmerksam lauschten die Mädchen und Jungen in Begleitung ihrer Eltern dem spannenden Kinder- und Hausmärchen „König Drosselbart“ der Gebrüder Grimm. Das 2009 von Lisa Remmert gegründete Figurentheater „Kumulus“ verlieh der Geschichte eine besondere individuelle Note.

Die Figurenspielerin, die an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Stuttgart ihren akademischen Abschluss erwarb, erstellte die aufwendigen Materialien in Eigenregie. Sie scheute sich auch nicht davor, viel Zeit in die Kulisse zu investieren. „Ich habe drei Monate lang zwölf Stunden täglich gehäkelt“, lässt die Bühnenkünstlerin ihre Anstrengungen Revue passieren.

Nicht nur die Kulisse, sondern auch ihr Improvisationstalent ließen die Vorstellung zu einem Vergnügen werden. Unter der Regie von Johanna Pätzold meisterte es die Künstlerin, parallel in verschiedene Rollen zu schlüpfen und diese gleichzeitig authentisch darzustellen. Sei es die in Saus‘ und Braus‘ lebende Prinzessin, die einen Freier nach dem anderen abzulehnen vermochte; sei es der verzweifelte König, der seine Tochter unbedingt zu vermählen suchte; seien es die zahlreichen Bewerber, die um die Hand der Thronfolgerin anhielten.

Erst als der Anwärter König Drosselbart sich als Spielsänger ausgab, wurden die beiden zu Mann und Frau erklärt. Die verwöhnte Königstochter fristete von da an ein elendes Dasein in einem Bahnwärterhäuschen im tiefsten Wald.

Während des Spektakels begann es im Kulturhaus zu raunen, als Lisa Remmert das Publikum in das Theaterstück einband. Ad hoc reagierten die Kinder auf diese unerwartete Einlage und erfreuten sich am eindrucksvollen Mitmach-Charakter. Zum Schluss der Vorstellung durften sich alle Zuschauer mittels Buntstiften in das eigens für sie vorgesehene Gästebuch eintragen und damit ihren Eindrücken freien Lauf lassen.

Nicht zuletzt die (positiven) Kommentare belegen, dass das kleine und große Auditorium die 70-minütige Aufführung in vollen Zügen genoss.